Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)

1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Prosser-Schell, Michael: Aufzeichnungen sagenhafter Erzählstücke durch Jenő Bonomi und Anna Loschdorfer im IVDE Freiburg. Minderheitenvolkskunde der Deutschen in Ungarn in der Zwischenkriegszeit

Ptosser-Schell, Michael: Aufzeichnungen sagenhafter Erzählstücke 91 erreichbaren Lieder in einem Dorf. Denn „endgültige Folgerungen“, gerade im Blick auf das, „was schließlich die Hauptsache ist“, die „Erkenntnis des Volkes selbst“, ließen sich nur mit Hilfe „reichhaltiger, in jeder Hinsicht befriedigender Sammlungen ziehen“; und: „Es dürfte vielleicht nicht oft genug betont werden, dass sich die Forschung auch auf die im Dorf gesungenen magyarischen Lieder erstrecken muß.“ (Loschdorfer 1935/36: 7). Loschdorfer hat jedoch reichhaltige Erhebungen nicht allein im Bereich von Lied und Musik unternommen, son­dern, was kaum bekannt ist, auch sehr viele „sagenhafte Erzählungen“ doku­mentiert. 2 Sagensammlung, ausgewählte Motive und Interpretations­richtungen Bei einer 2012/2013 neu vorgenommenen Durchsicht der Dokumente „Erzähl­gut Ungarn/Sagensammlung Karasek“ im IVDE Freiburg, im dort gelagerten „Nachlass Karasek“, wurde unter anderem auch ein umfangreicher Textbestand von Forscherinnen und Forschem aus der akademischen Germanistik Ungarns der 1930er Jahre aufgefunden. Es handelt sich vor allem um transkribierte „sagenhafte“ Erzähltexte in stupend hoher Zahl: 2.295 Texte konnten nachge­wiesen werden, darunter Aufzeichnungen etwa von dem bereits genannten Rogerius Schilling, zudem von August Pretd8 und von Johann Weidlein. Ganz überwiegend aber stammen sie aus den Felderhebungen Anna Loschdorfers und Eugen Bonomis. Als Aufzeichnungen von Bonomi sind 348 Erzähltexte erkennbar9 10 11; allein aber von Anna Loschdorfer kommen 1.475 Aufzeichnungen,111 damnter 72 in ungarischer Sprache" aufgenommene Stücke. Um zur Charakteristik, Spezifik und zu den Auslegungsmöglichkeiten dieser Materialien Einiges mitzuteilen, sei anhand von Einzelbeispielen eine 8 Prof. Dr. August Prettl war, soweit Verf. es eruieren konnte, bis zum Kriegsende Lehrer und Direktor der Bürgerschule in Baje/Baja (Komitat Batschka). Vgl. Pfeil (1980). 9 Erst in den späten 1950er und den frühen 1960er Jahren der Sagen-Sammlung zugewachsen und als „Erbe aus dem Osten“ zugeordnet worden sind. Vgl. den im Nachlass Karasek — Lanz verbliebenen Briefwechsel mit dem Volkskundler und Bleyet- Schüler Eugen bzw. Jenő [von] Bonomi [1908—1979], hier ist von Materialübersendun­gen „Sagen aus dem Ofener Bergland“ die Rede, die zwischen 1953 und 1961 an die Arbeitsstelle gelangt waren. Korrespondenzordner „Personen A-G“ in Karasek- Nachlass: Brief Karasek an Bonomi v. 22.2.1963 und folgender Brief Bonomis an Karasek v. 7.3.1963. Zu Bonomi s. a. Retterath, Hans-Wemer — Schätzle, Teresa (2007). 10 Das ist mehr sogar als die Erhebungsmenge von Alfred Karasek selbst: Von ihm stammen 1.183 Texte aus Ungarn. 11 Auffindbar im Nachlass Karasek, unter „Erzählgut Ungarn“, Reihe 5, Mappe 27, Nr. 72—144; darüber hinaus siehe „Material Loschdorfer“ im NK.

Next

/
Thumbnails
Contents