Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 2007 in Kőszeg 3. bis 6. Juli 2007 (Szombathely, 2014)

Hans Hahnenkamp: Eliten der Wirtschaft im Burgenland zwischen den beiden Weltkriegen

suchte Kontakt zum Hauptverband der Industrie in Wien und schuf schließlich im März 1922 die „Burgenländische Industriellenvereinigung”. Er fungierte bis 1938 als Präsident dieser Vereinigung, war Vorstandsmitglied des Hauptverbandes der Industrie und konnte als solcher entscheidende Schritte für den Aufbau bzw. die Umstrukturierung der durch die neue Grenzziehung in einige Schwierigkeiten geratenen industriellen und gewerblichen Unternehmen des Landes setzen. 1931 wurde Eisinger Kammerrat der Sektion Industrie in den Beirat für Handel, Gewer­be und Industrie. 1936 bis 1938 war er dem damaligen Regierungskommissär der Kammer als einer der drei Präsidenten beigestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Eisinger 1947 bis 1965 wieder Obmann­stellvertreter der Industriesektion, Fachvertreter der Textilindustrie und von 1955 bis 1960 auch Delegierter der Wirtschaftskammer Burgenland beim Kammertag der Bundeswirtschaftskammer. In der Industriellenvereinigung arbeitete er mehr als ein Jahrzehnt im Vorstand mit und leitete als Präsident das Österreichische Faserforschungsinstitut. 1948 wurde ihm der Titel „Kommerzialrat” verliehen. Er starb am 29. Jänner 1974 in Wien. Am 20.2.1967 war über das Vermögen der Firma der Ausgleich angemeldet worden.15 Bandfabrik Hornstein Johann Schwarz war aus Schlesien um 1820 nach Wien gekommen und hatte sich 1837 als Bandweber selbständig gemacht. Bald hatte Schwarz 500 Mitarbeiter. 1904 wurde in Ungarn eine Bandfabrik errichtet, nachdem bereits in Unter­waltersdorf (NO) eine Produktion bestanden hatte. 1905 konnte mit der Produk­tion in Hornstein begonnen werden. Damals war die Firma Johann Schwarz & Söhne das einzige Unternehmen in der Monarchie, das Herrenhutbänder erzeugte. Als andere Unternehmungen wegen der gestiegenen Nachfrage ebenfalls am Markt erschienen, war plötzlich eine unangenehme Konkurrenz da, weshalb diese Konkurrenzfirmen einfach aufgekauft wurden. Es wurde deshalb eine Aktiengesell­schaft gegründet, die den Namen „Vereinigte Bandfabriken Aktiengesellschaft” er­hielt. Die Gesellschaft besaß 400 Webstühle und beschäftigte ca. 1.300 Personen. 1918 gingen die Fabriken in den Nachfolgestaaten verloren. Ein bedeutender Spross der Familie Schwarz war Ing. Walther Schwarz (9. Oktober 1890 in Wien - 22. Juli 1975 in Hornstein) Walther Schwarz wurde am 9. Oktober 1890 in Wien geboren. Nach der Pflichtschule besuchte er die Mittelschule und anschließend die Höhere Techni- sche Gewerbeschule für Maschinenbau. Er kam dann als Einjährig Freiwilliger zum k.u.k. Dragonerregiment Nr. 2 und rüstete als Oberleutnant ab. Nach dem Ersten Weltkrieg trat Schwarz in die Firma in Hornstein ein, deren Leitung er bis zu sei­93

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