Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 2007 in Kőszeg 3. bis 6. Juli 2007 (Szombathely, 2014)

Hans Hahnenkamp: Eliten der Wirtschaft im Burgenland zwischen den beiden Weltkriegen

nem Tode 1975 inne hatte. 1918 waren die Fabriken in den Nachfolgestaaten verloren gegangen. Da nunmehr die Heeresaufträge nach konischen Erzeugnissen vollkommen versiegt waren, entschloss sich Schwarz, in Jugoslawien eine Firma zu gründen, die dann in Marburg und Laibach Betriebe errichtete. Schwarz hoffte, damit den Markt für die Trachten der Bosniaken abdecken zu können. Als die Slawonka Banka, die das Betriebskapital zur Verfügung gestellt hat­te, insolvent wurde, verlor Schwarz auch die Fabriken in Slowenien. Zu Beginn der Dreißigerjahre waren in Hornstein noch etwa 40 Webstühle für die Erzeugung von Herrenhutbändem im Einsatz. Schließlich zwang die schlechte Auftragslage, 1931 den Betrieb einzustellen und 135 Arbeiter zu kündigen. Um den Verlust der Absatzmög­lichkeiten für Hutbänder auszugleichen, entschloss sich Schwarz, Dochte für Lampen und Spirituskocher und später auch für Petroleumöfen und - kocher zu erzeugen. Es ging aber wieder aufwärts. Durch den Umstrukturierungsprozess konnte vorerst eine leichte Erholung erzielt werden, aber die große Zeit der Firma war be­reits vorbei. Auch die Aufnahme der Erzeugung von Glasbändem brachte keinen Umschwung mehr. Schwarz engagiert sich auch in seiner Interessenvertretung. Am 19. November 1928 bestellte ihn der Handelsminister zum Ersatzmitglied der Industriesektion im Beirat, und 1931 zum Mitglied. Er war auch Vorstandsmitglied der Burgenländi­schen Industriellenvereinigung. Nach 1945 übernahm er wieder Funktionen in der Kammer. Er war ab 1950 stellvertretender Vorsitzender der Fachvertretung der Textilindustrie, dann Jahre hindurch Kammerrat und nach dem Tod von Dr. Medinger, 1957, Obmann der Sektion Industrie. 1960 trat er als Sektionsobmann zurück, verblieb aber als Kam­merrat in der Sektionsleitung. Schließlich legte er am 30. Oktober 1962 aus ge­sundheitliche Gründen alle seine Funktionen zurück. Seine vielfältigen Verdienste um die burgenländische Wirtschaft waren durch die Verleihung des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik sowie der Großen Silbernen Ehren­medaille der Kammer anerkannt worden. Der Bundespräsident hatte ihm den Kommerzialratstitel verliehen. Er war auch Ehrenbürger der Gemeinde Hornstein. Acht Tage vor dem seltenen Fest der diamantenen Hochzeit verstarb Schwarz am 22. Juli 1975 in Hornstein. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es ihm gelungen, trotz Besetzung durch die Russen unter abenteuerlichen Umständen den Betrieb in Hornstein wieder in Gang zu setzen. 1980 wurde die Glasbreitbandweberei an den größten Abnehmer verkauft. Inzwischen steht die Fabrik leer.16 Leinenweberei Sattler, Rudersdorf August Sattler stammte aus Dresden, kam als Vertreter einer Gummifabrik aus Sachsen in die Steiermark und gründete 1898 in Graz-Thondorf einen Fabrika­94

Next

/
Thumbnails
Contents