Ferenc József: Kleiner Unitarier-Spiegel. Kurzer inbegriff der geschichte, der dogmen, der kirchenverfassung und der ceremonien der unitarier-kirche (Bécs, 1879)
IV. Ceremonien - 7. Das Begräbnisz
Ceremonien. 85 Schulkindern und des zur Bestattung erschienenenen Volkes voran. — Den Todten begleiten die Trauernden und die Verwandten desselben. Gebräuchlich ist es auch auf dem Wege zu dem Friedhöfe zuweilen aus dem Todtenlieder-Buche zu singen ; — ebenso auch zu läuten. — In dieser Beziehung hängt es von den Trauernden ab zu bestimmen, wie oft geläutet werden soll ; es kann täglich einmal, zweimal auch dreimal geläutet werden. — Aus der Art und Weise des Läutens— aus dem Reiszen desselben kann erkannt werden, ob einer Mannes— oder aber einer Frauensperson geläutet wird. Die Leichenfeier kann auch mit Fackel- oder auch mit Musikbegleitung erfolgen ; — diesz ist jedoch nur in den Städten gebräuchlich. Mit der Leichenbeerdigung hat alle kirchliche Ceremo nie ein Ende. — Die Unitarier-Kirche hält für die Seelen der Verstorbenen keinerlei Messen; — sie weihet ihnen keine Feier; sondern überläszt ihr Andenken, so es historische Persönlichheiten gewesen sind — der Geschichte — , wenn es gemeinnützige Mitglieder der Gesellschaft waren Dieser; haben sie endlich ihrer Famillie gelebt — den trauernden Eltern oder Kindern und überhaupt den — für den betreffenden Todten — Pietät fühlenden Herzen. Die Ceremonien der Unitarier-Kiche sind die oben Vorangeführten ; — einfach sind sie wie die Lehre welche sie verkündet. —"Ich sage nicht, dasz an denselben zu besseren nichts wäre ; — im Gegentheile , ich selbst erwähne in dieser Beziehung Einiges. Vor Allem würde ich wünschen, dasz dem Gesänge im öffentlichen Gottesdienste mehr Sorgfalt zugewendet werden solle. — Denn — mögen wir es wie immer nehmen — unsere Kichenlieder entsprechen dem aesthetischen Kunstsinne nicht sehr — und oft kann man einer schlechten Orgel — oder eines noch schlechteren Orgelspielers wegen selbst das nicht entnehmen, was an denselben factisch schön