The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)
1958-10-01 / 1. szám
gerade dank dieser Haltung wurden sich die mit unserer Befragung und Bewachung beauftragten Offiziere und Soldaten allmählich darüber klar, daß sie es nicht mit faschistischen Kontrarevolutionären, sondern mit anständigen Ungarn zu tun hatten, weshalb sie mit der Zeit einen ruhigeren Ton anschlugen und uns besser behandelten. Von Seiten der Wachen und Dolmetscher erfuhren wir später Anteilnahme und in vielen Fällen sogar eine gewisse Hilfsbereitschaft. Unser Rücktransport beginnt Zu unserer größten Überraschung wurde am 13. Dezember der Rücktransport der Gefangenen eingeleitet. Zuerst wurden die Häftlinge von Zalaegerszeg und Szombathely, dann aber — am 15. — auch wir aus Veszprém auf dem gleichen Wege, auf dem wir verschickt worden waren, nach Hause geführt. Zuerst kamen wir nach Ungvar zurück, wo wir nochmals einige wenige Tage verhört wurden. Dann wurden wir wieder auf Lastwagen verladen und gegen die ungarische Grenze hin in Marsch gesetzt. Bezeichnend für die Veränderung unserer Stimmung ist, daß wir, kaum hatten wir die ungarische Grenze überschritten, auch schon begannen, den Himnusz zu singen; und unsere russischen Wachen versuchten - obschon sie die Worte nicht kannten - mit uns zusammen unsere Nationalhymne zu singen. Einer der Lastwagen, der sich infolge einer Panne verspätete, langte gerade um die Mittagszeit in Veszprém an. Auf der Hauptstraße erlitt er wieder einen Defekt, worauf die Einwohner zu ahnen begannen, was unter dem Verdeck des Wagens verborgen war. Ein erfinderischer Arbeiter rief laut: «Jungens, hustet, wenn ihr Ungarn seid.» Unnötig zu sagen, daß der Wagen augenblicklich vom Husten der Jungens erschüttert wurde, worauf die Bevölkerung mit Taschenmessern über das Segeltuchverdeck herfiel und es aufschlitzte, um die Gefangenen zu befreien. Ein Zusammenstoß und Blutvergießen wurden nur durch das Dazwischentreten der Polizei und der Polizeioffiziere vermieden, die sich persönlich für die Freilassung der Gefangenen verbürgten. Dies geschah auch bald, doch vorher verhörten sie uns alle noch einmal. Ich wurde mit 6 Kameraden für eine noch eingehendere Befragung von unseren Mitgefangenen getrennt. Dieses Verhör wurde - wie ich später erfuhr - von Mitgliedern der AVH von Kecskemet durchgeführt, die Polizeiuniformen trugen. Schon bei dieser