The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)

1958-10-01 / 1. szám

sehen Panzerwagen geworfen hatte - von den Russen erschossen wurde, worauf ein Tank seinen Leichnam zermalmte. Das Gefängnis füllt sich Die Zeit verfloß, und das Gefängnis füllte sich allmählich. Un­aufhörlich kamen die Züge aus Budapest, und unter den neun Zugs­ladungen, die eintrafen, befanden sich viele wohlbekannte Gefan­gene, wie B. R., der Mitarbeiter des hingerichteten Onkel Szabo. Ein Mitglied des Revolutionären Generalstabes hatte sich im Zug befunden, war unterwegs aber vermutlich wegen eines Fluchtver­suchs erschossen worden. Ebenfalls dabei waren K. M., Präsident der Sz. Staatsbahn-Gesellschaft; Major K. G., Kommandant der bewaffneten Widerstandsgruppe in einer der größeren Städte; K. B., ein Offizier, Leiter des Revolutionären Rates von Z.; und viele an­dere. Eines Sonntagmorgens erhielten wir den Beweis für etwas, was sie bisher immer bestritten hatten, nämlich, daß auch ungarische Frauen und Mädchen nach Strij deportiert würden. Die Mädchen aus Budapest brachen aus ihren Zellen aus, rannten durch die Gän­ge und sangen den Himnusz. In der entstehenden Verwirrung, wäh­renddem die Wachen versuchten, sie in ihre Zellen zurückzudrän­gen, gelang es mir, mit einem der Mädchen, das durch die «Kolocz­­ka», das Guckloch unserer Zelle, blickte, zu sprechen. Sie sagte uns, ihr Name sei H. M., und sie sei vorher Studentin an der Maschinen­bau-Schule gewesen. Sie war am 6. November gefangen und zu­sammen mit mehreren ihrer Freundinnen in Tanks zusammenge­drängt hiehergebracht worden. Sie weinte, als sie über die tierische Gewalttätigkeit der betrunkenen russischen Soldaten berichtete, in­folge derer eine ihrer Freundinnen, ein kaum 17jähriges Mädchen, schwere innere Blutungen erlitt. Verhöre waren ein alltägliches Vorkommnis. Jeder einzelne Häft­ling wurde etwa sechs oder sieben Mal verhört. Der mit der Unter­suchung betraute MVD-Offizier hatte vor sich das von den ungari­schen Behörden gelieferte Material, mit dem er zu beweisen ver­suchte, daß der verhörte Häftling eine gewisse Handlung begangen habe. Über das Verhalten meiner Mitgefangenen kann ich nicht hoch genug sprechen. Es ist mir kein einziger Fall bekannt, in dem einer gegen seine Mitgefangenen Zeugnis abgelegt hätte. Der ver­hörende Offizier ließ sich durch die überlegene und ruhige Haltung der befragten Gefangenen oft zu wilden Angriffen hinreißen. Aber 26

Next

/
Thumbnails
Contents