The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)

1958-10-01 / 1. szám

weiteren verurteilen: 13 die Aufgabe der nationalen Unabhängig­keit, 13 die Beschränkung der Freiheit, 11 die Parteikontrolle des geistigen und kulturellen Lebens, 11 das Fehlen freier Wahlen und 9 den Eisernen Vorhang. Nur einer der Studenten führt die hohen Steuern und die Abschaffung des Privateigentums an, währenddem 2 die Unterdrückung privatwirtschaftlicher Unternehmungen er­wähnten, 4 die Ausbeutung, 3 die hohen Preise, 2 die zwangsweise Ablieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, 5 das Stücklohn­system. Über den niedrigen Lebensstandard beklagen sich nur 8 der Befragten. Bemerkenswert ist, daß sich 7 gegen die Religionsver­folgung und 4 gegen die Abschaffung des Religionsunterrichtes aus­sprechen. Da der Fragebogen sich an Studenten richtet, legt er besonderes Gewicht auf die wohltätigen und schädlichen Veränderungen auf dem Gebiet des Bildungswesens. Die Antworten zeigen, daß im all­gemeinen das Stipendiensystem und die niedrigen Schulgelder (von 39 Studenten) sowie die Errichtung von allgemeinen Schulen (von 37 Studenten) für die wesentlichsten Verbesserungen gehalten wer­den. 17 loben auch die Ausdehnung des Schulsystems über ein weites Gebiet, 10 die Veränderung in der sozialen Zusammensetzung der Studentenschaft, 6 die fakultative Möglichkeit des Religionsunter­richts, 4 die Verstaatlichung der Schulen, 7 den naturwissenschaft­lichen Unterricht und 5 die Abendbildungskurse. 30 Studenten betrachten die Zulassungsauswahl der Studenten unter politischen Gesichtspunkten als eine schädliche Veränderung. 24 stoßen sich an den vorurteilsbelasteten Unterrichtsgrundsätzen, 21 vermissen den Religionsunterricht im Lehrplan der Mittelschu­len, währenddem 10 Studenten sich über die Abschließung von der westlichen Kultur beklagen und 10 die servile Nachahmung russi­scher Methoden sowie auch die obligatorischen Kurse für Russisch und für Marxismus-Leninismus verurteilen. Es ist bezeichnend für die Objektivität der Antworten und der Haltung der Studenten, wie sich einige von ihnen mit großer Sorgfalt um klare und gerechte Gesichtspunkte für ihre Untersuchung bemühen. So werden zum Beispiel auf mehreren Fragebogen die Verstaatlichung der Schulen und die Abschaffung des Religionsunterrichts als wohltätige Verän­derungen aufgeführt, gleichzeitig wird aber verurteilt, daß der Un­terricht in religiöser Sittenlehre vollständig abgeschafft wurde und die Lehrer mit dem Vorwurf, «daß sie in der Schule die Bedeutung 15 Religionsfreiheit falsch ausgelegt hätten», gemaßregelt wurden.

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