Herman Ottó szerk.: Természetrajzi Füzetek 3/1-4. (Budapest, 1879)

1. szám

40 L. fasciola vorkommt, welches längst bekannte und namentlich von WRZESINOWSKI sehr eingehend studirte Infusionsthier hier umsoweniger detaillirt beschrieben werden soll, da es sich vom eben besprochenen L. grandis sozusagen nur durch quantitative Charaktere unterscheidet, welche die beigefügten Abbildungen zur Genüge illustriren ; statt dessen will ich hier meine Beobachtungen über die Conjugation dieses Infusions­thieres mittheilen. Ich kenne kaum ein Infusionsthier, welches zum Studium des Con­jugationsprocesses geeigneter wäre, als L. fasciola, und zwar nicht allein darum, weil er stets massenhaft vorkommt und in Folge dessen die conju­girten Paare, wenn die Conjugation, — welche bei den Infusorien bekann­terweise immer epidemienartig auftritt, — einmal begonnen hat, in genü­gender Menge gefunden werden, sondern hauptsächlich noch darum, weil sein flacher Körper ganz durchsichtig ist und weil sich bei Litonotus soge­nannte acinetenartige Embryonen nicht bilden; mithin diese räthselhaften Gebilde, man möge sie nun mit FOCKE, COHN, STEIN, CLAPARÉDE und LACH­MANN für wirkliche Ciliaten-Embryonen, oder aber für parasitische Sphae­rophryen halten , — welch letztere von BALBIANI begründete Ansicht durch die Beobachtungen von MECZNIKOW und neuestens von ENGELMANN und BÜTSCHLI mit so triftigen Argumenten unterstützt wurde, — weil, wie gesagt, acinetenartige Embryonen sich bei L. fasciola nicht bilden, und mithin in die Erkenntniss des physiologischen Werthes der Conjugation nicht störend eingreifen. Vor der Besprechung des Conjugations-Processes ist jedenfalls notli­wendig unser Augenmerk auf die Kerngebilde des noch keine Conjugation eingegangenen Litonotus zu richten. Dass dem L. fasciola zwei kugelige Kerne zukommen, herrscht keine Meinungsverschiedenheit. Zwischen den Zwillingskernen konnte ich öfters einen Verbindungsfaden ganz deutlich unterscheiden und glaube, dass dieser Faden wohl nie fehlen dürfte. Die Substanz der Kerne ist sehr hell und lässt ohne Anwendung von Reagenzien nur ganz undeutliche Körn­chen erscheinen, welche nach Anwendung von Essigsäure schärfer hervor­treten ; zu anderen Malen aber konnte ich, wie bei L. grandis, in der homogenen Grundsubstanz ganz regelmässig angeordnete, stärker liclitbre­chende Kiigelchen erkennen. Eine Kernmembran ist bald stärker bald schwächer entwickelt, manchmal aber schien sie mir gänzlich zu fehlen. CLAPARÉDE und LACHMANN sowie auch WRZESNIOWSKI machen von den Nucleolen gar keine Erwähnung, und auch ich finde, dass den durch Tliei­lung sich vermehrenden Generationen die Nucleolen abgehen ; STEIN hin­gegen behauptet, dass die beiden sehr nahe stehenden Kerne durch einen einzigen Nucleolus verbunden sind. 1 6 Ich sah einen einzigen, die Zwil­lingskerne verbindenden Nucleolus nur übergangsweise bei conjugirten

Next

/
Thumbnails
Contents