Herman Ottó szerk.: Természetrajzi Füzetek 3/1-4. (Budapest, 1879)

1. szám

HS eine sehr dünne homogene Substanz begrenzt, an den Seiten und Körper­enden aber geht es durch einen Nebel kleinster Körnchen in das Ecto­plasma über. Der linke Rand des Rüssels trägt längs der Mähne eine Reihe sehr dicker Stäbchen, Trichosysten, welche sich nur selten vom Rüssel tiefer hinunter ziehen und entweder in ganz gleichen Entfernungen stehen, oder aber eine unterbrochene Reihe bilden. Der Mund ist, wie bei allen Litonotus-, Loxophyllum- und Amphi­leptus-Arten ausser dem Schlingacte nicht zu sehen und bildet jedenfalls an der linken Seite des Rüssels einen longitudinalen Spalt, dessen Lippen sich während der Ruhe fest anlegen und den Spalt ganz schliessen. Den L. grandis konnte ich zwar während des Schlingens nie beobachten, doch sah ich diesen interessanten Act bei Litonotus fasciola, Loxophyllum Me­leagris und bei mehreren Arten von Amphileptus und es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, dass der L. grandis in dieser Hinsicht von den eben genannten, naheverwandten Infusorien nicht abweicht. Alle diese Infusorien pflegen sich mit dem convexen Rande ihres Rüssels an das gewöhnlich grosse Object ihrer Beute, welche aus Ciliaten, zumeist Vorti­cellinen besteht, zu fixiren, dann contrahiren und drängen sie sich immer mehr auf die Beute, worauf sich am linken Rüsselrande ein klaffender Spalt öffnet, welcher je nach der Grösse der Beute sich länger oder kürzer aufschlitzt und etwa auf ähnliche Weise aufzuspringen scheint, wie eine in ihrer Spaltungsrichtung gedrückte Bohnen- oder Erbsenschale. Nach erfolgtem Oeffnen des Mundes wird der Räuber immer zudringlicher und zieht sich endlich mit einem jähen Ruck geschickt auf die Beute, um sie in das Endoplasma zu drücken. Diese eigenthiimliche und den Beobachter, wie ein jeder ungleiche Kampf, in eine gewisse Aufregung versetzende Scene nimmt schnell ein Ende, die Lippen schliessen sich, der Mund scheint wieder spurlos zu verschwinden, und als wenn nur die Phantasie ihr Spiel getrieben hätte, so unschuldig erscheint nun wieder der gefrässige Räuber, — lupus in pelle agnina ! Nur manchmal bezeichnet noch auf kurze Zeit eine kleine Vertiefung jenen Punkt, wo die Beute eingedrungen und eine auf einige Augenblicke sichtbare gebogene Linie, welche aber durchaus keinem vorgebildeten Schlünde entspricht, den Weg, welchen die Beute beschrieben. Die verschlungenen Infusorien zerfallen schnell im Endo­plasma und vermischen sich mit dem körnigen Brei desselben, welcher von LACHMANN, später auch von CLAPARÉDE und neuestens von R. GREEFF gewiss nicht ganz unrichtig Chymus genannt wurde. Sogenannte Verdauungs­Vacuolen kommen nur selten im Endoplasma des Litonotus vor. Die After­öffnung liegt jedenfalls dort, wo bei den anderen Litonotus-Arten und Lo­xophyllum Meleagris, bei welchem sie schon von ETIRENBERG beobachtet wurde, nämlich am hinteren Körperende, etwas auf die Rückenseite gedrängt.

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