Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)

1910-05-08 / 1. szám

114 Alkohole und hauptsächlich der Methylalkohol hervorruft, und in welcher Weise. Der normale Organismus macht den Alkohol ziemlich rasch unschäd­lich, einesteils durch Verbrennung, anderesteils durch Ausscheidung. Unter gewissen Umständen aber kann sich der Alkohol in Nervensystem selbst anhäufen und dort seine Wirkung längere Zeit hindurch ausüben. Dies wurde dadurch bewiesen, dass man mehrmals aus dem Gehirn von Säufern den Alkohol rein darstellte. Diese auf das Nervensystem und andere Organe ausgeübte giftige Wirkung ist bei den verschiedenen Alkoholen eine verschiedene und zwar in dem Sinne, als mit dem Wachsen der Zahl der Kohlenatome auch die biologisch schädliche Wirkung der Alkohole wächst. Eine Ausnahme bildet der Methylalkohol, welcher trotz der geringen Zahl der Kohlenatome und des niedrigen Molekülgewichtes, selbst schon bei der akuten Entwicklung der Wirkung, so grosse Ver­heerungen anrichten kann, wie sie durch anderen Alkohol kaum hervor­gerufen werden können. Die Ursache hiefür liegt einesteils in seiner eigentümlichen ausserordentlich starken Affinität zur Nervensubstanz und insbesondere zur Retina, anderesteils in jenem Umstande, dass der Methylalkohol im Organismus nur in geringem Masse oxydationsfähig ist. Während ein grosser Teil des Aethylalkohols infolge Verbrennung zu Wasser und Kohlendioxyd, selbst bei Potatoren rasch genug an der länger dauernden Einwirkung verhindert wird, so scheint es dagegen, dass, was den Methylalkohol anbelangt, dieser in grösserer Menge längere Zeit hindurch seine schädliche Wirkung entfalten kann und selbst danach noch ein Teil in Form ameisensauren Salzes ausgeschieden wird. Wie lange und in welcher Menge das Gift wirken muss, um pathologische Veränderungen zu verursachen, dass kann in allgemein gültigen Regeln nicht niedergelegt werden. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die gleichen Alkoholmengen, bei verschiedenen Individuen ver­schiedene Wirkungen hervorrufen können und es ist bekannt, dass die Widerstandsfähigkeit und die Art der Reaktion nicht bei allen Menschen die gleiche ist. Abgesehen davon, dass die Wirkung der einzelnen geistigen Getränke ihrer verschiedenen Konzentration und Qualität nach, eine ver­schiedene sein muss, so spielt gerade hier die sogenannte und ihrem Wesen nach kaum definierbare „individuelle Disposition“, eine grosse Rolle; u. zw. die Lebensweise, der Zeitpunkt zu dem der Alkohol ge­nossen wurde, ob derselbe auf nüchternen Magen, oder nach dem Essen, auf einmal in grösseren Quantitäten bis zur Trunkenheit oder aber kontinuierlich in kleineren Mengen getrunken wird und noch zahlreiche andere unberechenbare Umstände. Die schematische Feststellung ziffern­­mässiger Daten bezüglich dieser Verhältnisse, wird daher stets gewisser­­massen eine forcierte sein, da wir die auf das Sehorgan ausgeübte schädliche Wirkung nicht immer bei den Gewohnheitstrinkern vorfinden, sondern manchmal bei vordem nüchternen Individuen, die bei irgend einer Gelegenheit stärker exzedierten; ja selbst dies ist nicht immer von nöten, da unter gewissen Bedingungen auch ganz geringe Dosen schäd­lich werden können. Nur nach der Richtung hin kann kein Zweifel ob­walten, dass nämlich die giftige Wirkung des Aethylalkohols von den darin enthaltenen Alkoholen anderer Art, namentlich dem Methyl-, Propyl­­und Amylalkohol oder von dem Gehalt an ätherischen Oelen abhängt, unter welchen die am meisten verwendeten der Erfahrung gemäss ausser­

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