Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)

1910-05-08 / 1. szám

110 Auffallend ist die grosse Zahl der nach Stössen von Hornvieh auf­tretenden sympatischen Entzündungen, die jedoch begreiflich ist, da bei der Einwohnerschaft Ungarns die Möglichkeit für Verletzungen dieser Art in viel grösserem Masse besteht, als z. B. jene für Verletzungen durch Eisensplitter oder durch Schüsse. Die beachtenswertesten Erreger der Ophthalmia sympathica sind die Operationen. Laut obiger Berechnung finden wir bei 11% der Fälle Operationen als Entstehungsursache vor. Wohl wurde ein Teil der Operationen an Augen vollzogen, deren Seh­kraft durch Entzündung geschwächt war, trotzdem musste ich aber auch diese hinzurechnen, denn z. B. eine nach einer Entzündung ohne Ver­letzung entstandene Cicatrix corneae simplex würde niemals eine Ophthalmia sympathica verursacht haben, wenn die die Besserung der Sehschärfe be­zweckende Operation nicht erfolgt wäre. In die 11% habe ich jene Fälle nicht einbezogen, in denen kurz nach erfolgten Verletzungen Eingriffe (Ablatio prolapsus iridis, Punktion oder dgl.) vorgenommen wurden. Von diesen unglücklich verlaufenden Operationen wurden zwei an der Augenklinik der Universität vollzogen. Ich will damit nicht behaupten, dass nach den während des Zeitraumes von 34 Jahren an der Klinik vorgenommenen zirka 25,000 Bulbus-Operationen die sympathische Ent­zündung nur in zwei Fällen aufgetreten wäre, denn es ist — wenn wir hievon auch keine Kenntnis besitzen —- wahrscheinlich, dass ausserdem noch einige Fälle vorgekommen sind. Dass die Schmerzlosigkeit des infolge einer Verletzung oder einer mit einer Perforation verbundenen Entzündung erblindeten Auges noch nicht das Aufhören der Gefahr einer sympathischen Entzündung bedeutet, geht aus zahlreichen Beispielen hervor. Einerseits war das primär erkrankte Auge in 20% unserer Fälle schmerzlos und dennoch trat Ophthalmia sympathica auf, andererseits wurde bei einem Teile der Fälle die Entzün­dung durch ein geringes Trauma, welches ein Jahre hindurch ruhiges Auge ergriffen hatte, vorerst in dem seit langem blinden Auge, bald darauf in dem gesunden Auge herbeigeführt (6%). Der bei der chronischen Uveitis vorkommenden Knochenbildung wird vielerseits eine grosse Rolle beigemessen. Wir wissen nicht, inwiefern diese Knochenbildung beim neuerlichen Ausbruche der erloschenen Cyclitis eine Rolle spielt, es ist jedoch Tatsache, dass in den enukleirten Bulben oft eine von den rückwärtigen Teilen der Chorioidea ausgehende, nach vorne dünner werdende, zuweilen den ganzen Bulbus ausfüllende Kno­chenschale oder Kugel vorgefunden wird. Die Aetiologie ist in 5% der Fälle auf verletzungslose Entzündungen zurückzuführen. Ich glaube, dass mit einer Perforation verbundene Ent­zündungen ebenso zu einer sympathischen Entzündung führen können, wie die Verletzungen. Mit der Oeffnung des Bulbus erschliesst sich dem unbekannten Krankheitserreger die Pforte; wenn wir dagegen die toxische Grundlage annehmen würden, könnten die nach Entzündungen zurück­bleibenden langwierigen, schleichenden Cyclites ebenso toxische Stoffe erzeugen, wie die nach Verletzungen zurückbleibenden. Die Ophthalmia sympathica ist beim überwiegenden Teile der Fälle in Form einer Uveitis aufgetreten, bei insgesamt 11% der Fälle kamen Neuritis und Papilloretinitis, in 2 Fällen Chorioretinitis vor. Wir sahen in einigen Fällen die Neuritis in Verbindung mit Uveitis.

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