Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)
1910-05-08 / 1. szám
Ill Was die Zeit des Krankheitsausbruches anbelangt, führen unsere Fälle zu einem ganz anderen Resultate als die durch den englischen Ärzteverein, und auch die Erfahrung Michel’s weicht von der unserigen ab. Während nämlich Michel fand, dass die sympathische Entzündung in 90% der Fälle innerhalb eines Jahres zum Ausbruche kommt, zeigt die von mir zusammengestellte Statistik, dass 66% auf das von der Verletzung an gerechnete erste Jahr, 9% auf das erste—dritte, 9% auf das dritte—zehnte Jahr entfallen, während in 16% der Fälle die sympathische Entzündung nach mehr als zehn Jahren aufgetreten ist. In diesen letzteren Fällen wird die Entzündung teils durch eine neuere — obwohl durch kleines Trauma verursachte — oder spontan auftretende Schmerzhaftigkeit des primär erkrankten Auges eingeleitet und nach 1—2 Wochen tritt der Schmerz oder die schmerzlose Gesichtsverschlimmerung an dem anderen Auge auf. Die im ersten Jahre zum Ausbruche kommenden sympathischen Entzündungen verteilen sich — je nach der Zeit des Auftretens — folgendermassen: Auf weniger als einen Monat entfallen 11%, auf die Zeit von einem Monat bis zu einem halben Jahre 40%, auf die Zeit von einem halben bis zu einem Jahre 15%. In zweien unserer Fälle trat die Entzündung nach kürzerer Zeit als den minimal angenommenen zwei Wochen auf; in dem einen Falle erreichte die Zeit des Übergreifens eine Woche, im anderen Falle zwölf Tage. Ein Fall von Iritis sympathica, welche eine Woche nach Enukleation des verletzten Auges aufgetreten ist, stand lange Zeit unter Beobachtung. Nach dem Schicksale des an sympathischer Entzündung leidenden Auges suchend, finden wir, dass nach medikamentöser Behandlung und operativen Eingriffen in 25% der Fälle eine Verschlimmerung der Sehschärfe eingetreten ist, in 4% der Fälle der Kranke mit unveränderter Sehkraft abging und bei 33% eine Besserung der Sehschärfe zu konstatieren war. Bei diesen 33% blieb jedoch der Erfolg nicht stationär; in Intervallen von drei Wochen bis zu einundeinhalb Jahren kehrten 8 der mit gebesserter Sehschärfe entlassenen Kranken mit der Klage zurück, dass ihre Sehschärfe sich wieder verschlimmere. Unter diesen Kranken konnten wir auch einen beobachten, der die Klinik anscheinend in vollkommen geheiltem Zustande, d. h. im Vollbesitze seiner Sehkraft verhess und nach einem Jahre mit an Iridochorioiditis erblindetem Auge zurückkam. Der anscheinend gesunde Zustand wurde einen Monat nach der Enukleation durch die neuerlich ausgebrochene Iritis und die Erkrankung der ganzen Uvea abgelöst. Bei Resummierung dieser Erfahrungen gelangen wir zu dem Ergebnis, dass das Auge infolge der sympathischen Entzündung in 33% der Fälle trotz verschiedenartiger Behandlung sich verschlechterte, ja sogar unbrauchbar wurde oder gänzlich verloren ging, während wir jegliche Besserung bloss für 25% annehmen können. Ich glaube, dass ein beträchtlicher Teil der in unverändertem Zustande abgegangenen Kranken später von einer schleichenden Verschlimmerung der Sehschärfe befallen wurde. Wir besitzen leider keine genauen Daten hierüber, da die meisten Kranken nach ihrem Abgänge unserem Gesichtskreise entschwinden. Die Fälle von Irritatio sympathica bekräftigt unsere Erfahrungen in jeder Hinsicht. Wir finden bloss in einem der berücksichtigten 29 Fälle, dass die Irritation durch ein schmerzloses Auge verursacht wurde; in allen