Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)
1910-05-08 / 1. szám
95 Epithelscholle mit zahlreichen intrazellularen Trachomkörpern und beim Ausstreichen disseminierten Elementarorganismen, a = Epithelzelle mit zwei Trachomkörpern. b = Epithelzellen mit je einem Trachomkörper, c— geplatzte Trachomkörper. d = ausgedehnte artefizielle Disseminierung der Elementarorganismen von einem geplatzten Trachomkörper aus. Fig. 7. Ausstrichpräparat, nach Benda-Heidenhain gefärbt; Zeiss-Apochromat 2 mm., C. 0. 12. a = zwei Epithelzellen mit je zwei und vier Trachomkörpern. 6 = hutpilzförmiger Trachomkörper, c = Neutrophile, d = von der Kernwand durch Schrumpfung abgelöstes Zellprotoplasma, e = Plasmazellkern. Fig. 8. Flachschnitt durch das Epithel der trachomatösen Konjunktiva. Zeiss- Apochromat 2 mm., C. Okul. 12. a = grössere und kleinere Trachomkörper, ruhenden Epithelzellkernen anliegend. b = Kerne mit grobfädigem Chromatin, bezw. durch ein Zellödem zersprengten Mitosen. Organisation und Durchführung- der staatlichen Trachoinbekäinpfung- in Ungarn. Vom Privatdozenten Dr. K. Scholtz, Referenten der Trachomangelegenheiten im Ministerium des Innern. Wer mit den Bewegungen und zeitweiligen Wanderungen der Bevölkerung unserer Zeit vertraut ist und die Literatur über das Vorkommen des Trachoms mit Aufmerksamkeit verfolgt, muss zu der Überzeugung gelangen, dass das Trachom, diese hartnäckige und heimtückische Seuche auf dem Erdbälle sich langsam, aber sicher verbreitet. Es kann auch nicht anders sein: Ausser den zahlreichen fördernden Momenten, welche dieses Verbreiten unter den niedrigeren Volksklassen begünstigen, gibt es auch solche, die ein fortwährendes Verschleppen der Krankheit in noch intakt gewesene Volksmassen ermöglichen. Wie im vergangenen Jahrhunderte die mit dem Namen „ophthalmia militaris“ bezeiclineten ansteckenden Augenkrankheiten durch die vagierenden Armeekörper fast in allen Staaten Europas verschleppt wurden, so wird in den letzteren Jahrzehnten die Granulöse durch die ihrem Broterwerbe nachgehende Arbeiter aus Russland und Italien, aus China und Japan nach Amerika und von hier wieder in verschiedene Länder Europas weitergeschleppt und zwar häufig auch in solche Landesteile (z. B. gewisse Gegenden Ungarns), in welchen das Trachom bis vor kurzem eine unbekannte Krankheit war. In Ost-Preussen ist es der trachomkranke polnische Schnitter, und in Ungarn der slovakische Feldarbeiter, der auf der Suche nach Arbeit die Keime seiner Krankheit in die verschiedensten Orte verpflanzt. Die Menschheit hat bisher sehr wenig getan, um das Fortschreiten dieser Krankheit einzuschränken. Die mehr oder weniger erfolgreichen staatlichen Massregeln, wie sie z. B. zuerst in Ungarn, dann in Preussen eingeführt wurden und durchgeführt werden, mögen ja einen gewissen Schutz für die betreffenden Länder gewähren, aber Hunderttausende, ja vielleicht Millionen von Trachomkranken in Russland, in den südlichen Halbinseln Europas, in Afrika, Amerika und besonders in Ostasien bieten ebensoviele unbewachte und unbeachtete Quellen der weiteren Infektionen. Früher oder später muss eine Generalisierung der Trachombekämpfung durch internationales Übereinkommen ins Leben gerufen werden und es ist Pflicht eines jeden