Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)
1910-05-08 / 1. szám
92 schleimiger Konsistenz sein. Denn wir sehen, dass die Elementarorganismen auch nach dem Schwinden des Plastins ihre gegenseitige Lagerung und Anordnung vollkommen beibehalten, das Verschwinden des Plastins hieran absolut nichts ändert. Dieses Verhalten scheint nur möglich, wenn die Elementarorganismen sich — von dem Plastin abgesehen — in einem ausserdem noch vorhandenen zähflüssigen — vgl. auch das Haftenbleiben der Trachomkörper an der Kernwand beim Ausstreichen (Fig. 4) —ihre Verschiebung verhindernden Medium befinden. Denn würde der Raum neben den Elementarorganismen nach dem Verschwinden des Plastins in dem reifen Trachomkörper leer geworden sein, so würden wir ein Zusammensintern derselben beobachten. Oder wenn er von einer wässrigen Flüssigkeit eingenommen sein würde, die an die Stelle des Plastins getreten wäre, so würden Verschiebungen, Zusammenballungen, der Elementarorganismen in dieser oder jener Ecke des Trachomkörpers erfolgen. Beides ist jedoch nicht der Fall. Vielmehr ist stets, wie bereits die ersten Abbildungen v. Prowazeks zeigen (2, Fig. 4, Seite 344), ein relativ grosser, gleichbleibender Abstand der Elementarorganismen von einander während und nach dem Schwinden des Plastins zu beobachten. Diese erste bei der Giemsa- und einfachen Eisenhämatoxylinfärbung farblos bleibende Masse tritt jedoch, wie ich annehmen möchte, zu den eingedrungenen Elementarorganismen in keine Beziehung, sie stellt nur das indifferente Medium dar, in welchem die ersteren suspendiert sind. Hiezu tritt nun als ziveite Zwischensubstanz und als typisches Reaktionsprodukt das von der Nukleolarsubstanz gelieferte, mit Eosinazur sich blau färbende Plastin, welches — im Sinne meiner Anfassung — sich unmittelbar auf den Elementarorganismen niederschlägt (vgl. Fig. 1 u. 2), diese mit einer blauen Hülle überzieht, so dass die roten Kügelchen unsichtbar werden. Letzteres braucht jedoch nicht immer der Fall zu sein. Es ist nämlich u. z. bereits in den Initialstadien, wie sich zeigen lässt, die umhüllende Plastinmasse der Menge, wie der Konzentration nach variabel; wie das wohl in der Natur eines Sekretes liegt, dessen Beschaffenheit von dem jeweiligen Vorrat an Reservestoffen, hier speziell an plastinogener Substanz, und einer grossen Zahl anderer Faktoren abhängt. Man sieht daher in dem einen Fall grosse, grobe, klumpige Plastinbröckel, welche derartig opak sind, dass in ihrer Masse nichts mehr zu unterscheiden ist, während man in anderen Fällen von einer geradezu dürftigen Entwickelung der Plastinhüllen sprechen kann, durch welche hindurch dann nicht nur die Form, sondern auch die spezifische (rote) Chromatinfärbung der Initialelemente, bezw. Elementarorganismen mit Sicherheit zu erkennen ist. Die von v. Prowazek über die Existenz, den Ursprung aus den Nukleolarsubstanzen und über das weitere Verhalten der plastinartigen Massen entwickelten Anschauungen sind demnach nach dem Ausfall der Giemsafärbungen ohne Weiteres zuzugeben. Der Vorgang erinnert an gewisse hochinteressante Erscheinungen, die bei der Entstehung des Hautpigmentes beobachtet sind: bekanntlich schützt das Pigment nach der von Unna (14) aufgestellten und von Einsen (15) bewiesenen Theorie die Haut vor Verbrennungen durch Lichtstrahlen. Das gilt bereits für die einzelne Epidermiszelle, u. zw. vollzieht sich nach den Untersuchungen von Meirowsky (16) und Hellmich (17) die intrazellulare Bildung des Epidermispigmentes in der Weise, dass die Epidermiszelle auf den Reiz des Lichtes mit dem Austritt von NukleolarSubstanz in das Zellprotoplasma reagiert und