Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)
1910-05-08 / 1. szám
91 Es ist nämlich in hohem Masse wahrscheinlich, dass nach dem Platzen des reifen Trachomkörpers noch eine Anzahl von Elementarorganismen in der Zelle zurückbleibt, die Zellwunde sich wieder schliesst und nunmehr die von der Nukleolarsubstanz stammende disponible Plastinsubstanz wieder ausreicht, um die in der Zelle noch verbliebenen wenigen Elementarorganismen zu einer Wiederaufnahme ihrer Vermehrungsfähigkeit zu befähigen (s. w. u.) und so zur Entstehung einer zwreiten Generation in derselben Epithelzelle Veranlassung zu geben; ja, dass die Schübe neuer Generation sich dauernd wiederholen, bis schliesslich die Epithelzelle, nachdem sie ihre Reservestoffe an eine ganze Serie von Generationen abgegeben hat, atrophisch (einfache Atrophie) wird. Eine derartige Auffassung würde sich nicht nur mit dem Charakter des Trachoms als einer eminent typisch-chronischen, sich oft durch viele Jahre hindurch fortschleppenden Krankheit vereinigen lassen, sie würde auch das Verständnis dafür vermitteln, dass die Wirkung der Infektion mit den Trachomerregern sich doch auch an den Zellen des Epithellagers selbt, u. zw. in einer rascheren Abnutzung, in einem schnelleren Zellverbrauch äussert, zumal wenn die betreffenden Epithelzellen von dem Keimlager in die oberflächlichen Epithelschichten aufgerückt sind. Dass diesem schnelleren Verbrauch eine die Norm übersteigende lebhaftere Regeneration im Sinne v. Prowazeks (2) würde entsprechen müssen, würde nur eine weitere Konsequenz vorstehender Darlegungen sein. Es ist in der Tat auf den Schnittpräparaten die grosse Zahl von Mitosen im Epithel auffallend, und gelangt dieser Befund auch auf der Abbildung Fig. 8 zum Ausdruck, auf welcher man neben den ruhenden Kernen mit und ohne Trachomkörper eine ganze Anzahl von Kernen mit grobfädigem Chromatin, die sich also in Kinese befinden, bemerkt. C) Technik. Die Herstellung der Giemsapräparate erfolgte nicht mit der alten, sondern mit der neuen Giemsalösung, u. z. in halb so starker Konzentration (1:40), wie sie sonst üblich und vorgeschrieben ist (1:20). Färbungsdauer 1—lVs Stunden in Brutschrank bei 37° C. Die Färbung der Ausstrichpräparate, sowie der Schnitte nach dem Eisenhämatoxylinverfahren von Benda-Heidenhain, erfolgte mit der zur Hälfte verdünnten Weigertschen Hämatoxylinlösung und dauerte 3 Tage. D) Folgerungen. Im Hinblick auf die praktische Bedeutung der den Trachomerreger betreffenden biologischen Fragen erscheint es nicht unangebracht, schon hier gewisse Vorstellungen zu erörtern, wie sie sich aus dem vorhandenen Tatsachenmaterial und den bisher vorliegenden Arbeiten ergeben. Nach meiner Auffassung muss man nicht nur eine (v. Prowazek), sondern zwei von verschiedenen Ursprungsstellen ’herstammende Zwischen- Substanzen unterscheiden. Die eine wird von dem Zellprotoplasma geliefert oder entspricht einer Modifikation des Zellprotoplasma an der Stelle des Sitzes der Elementarorganismen. Es handelt sich um die helle, nach Giemsafärbung farblos bleibende, den Trachomkörper mit einem lichten Saum umgebende Masse, in welcher ausschliesslich die Elementarorganismen nach dem Schwinden der Plastinsubstanz eingebettet liegen. Diese Masse muss von zähgallertiger, bezw.