Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)
1910-05-08 / 1. szám
87 Verhaltes, und weist daher schon dieser Umstand auf die dringende Notwendigkeit der Untersuchung von Schnitten, u. zw. vor allem auch von Flachschnitten hin. Einen wertvollen Fingerzeig für die Realisierbarkeit dieses Postulates — was es in dieser Beziehung mit der vielfach, besonders von J. Siegel versuchten Anwendung der Giemsafärbung auf Schnitte auf sich hat, mit oder ohne vorangängige Hämatoxylinfärbung, weiss jeder, der wie Yerf. hierüber nähere Erfahrung besitzt, zur Genüge — ergab die von A. Leber in seinem Vortrage (5), den Verfasser leider nur in einigen Schlusssätzen anhören konnte, gemachte Mitteilung, dass ihm und M. Hartmann die Darstellung der Trachomkörper -— nach der bekannten, bereits von L. Pfeiffer (12) für die Protozoenuntersuchung empfohlenen Methode — im nass mit heisser Sublimatlösung fixierten Ausstrichpräparat mittelst der Eisenhämatoxylinmethode gelungen sei. Es muss in der Tat die übrigens auch bereits von v. Prowazek (2) für dieDarstellungderChlamydozoen empfohleneBenda-HeidenhainscheMethode neben der Giemsafärbung als das unbedingt zur Ergänzung der Ergebnisse der letzteren heranzuziehende Verfahren bezeichnet werden, da die ausserordentlich präzisen, eleganten und klaren Bilder, die mit dem E.-H. Verfahren erzielt werden, die wertvollsten Aufschlüsse über die Struktur der Trachomkörper und deren Beziehungen zu den benachbarten Elementen liefern. Einen besonderen Wert gerade für die Untersuchung von Trachompräparaten gewinnt diese Methode — ohne in dem Masse unberechenbar zu sein, wie die Osmium-Saffraninmethode — noch dadurch, dass die damit erzielte elektive Färbung der chromatischen Substanz sofort auch eine klare, deutliche Anschauung über das Verhältnis der ruhenden Kerne zu den in Kinese befindlichen verschafft. Zur Illustration des Gesagten diene die Abbildung auf Fig. 7. Es handelt sich um einen Epithelausstrich (Trachom), der in typischer Weise nach den Prinzipien M. Heidenhains gefärbt wurde. Man bemerkt inmitten einer Umgebung von Neutrophilen und vereinzelten Plasmazellen zwei Epithelzellen und in diesen die charakteristischen Befunde. Die Epithelzellen sind leicht geschrumpft und hat sich das Cytoplasma in geringem Grade von der Kernwand retrahiert. In der links gelegenen Epithelzelle bemerkt man dem Kern nicht weniger als vier Trachomkörper z. T. kappenartig anliegend, in denen je nach der optischen Einstellung immer eine verschiedene Anzahl und verschiedene Gruppen von sich scharf abhebenden tiefschwarzen, meistens in Gruppen zu zwei angeordneten Elementarorganismen hervortritt. Von Interesse sind in dieser Epithelzelle die über dem am meisten nach unten gelegenen Trachomkörper isoliert auf dem Kern wahrnehmbaren, von einem hellen Hof umgebenen Doppelkügelchen insofern, als man hienach vielleicht zu der Annahme gelangen könnte, dass einzelne Elementarorganismen direkt in den Kern eindringen. Das ist indessen nach den bisherigen Beobachtungen des Verfassers, insbesondere auch an Schnitten, in denen die Schrumpfung der tiefer gelegenen, den Einflüssen der Fixationsflüssigkeit nicht unmittelbar exponierten Epithelschichten geringer ausfällt, niemals der Fall. Es lässt sich vielmehr bei genauer Untersuchung stets nachweisen, dass es sich in solchen Fällen regelmässig um einzelne vorgeschobene, den Kern lappenförmig umfassende Fortsätze der Trachomkörper handelt. Den interessantesten Anblick gewährt jedoch das in der rechts