Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)

1910-05-08 / 1. szám

85 bereits von v. Prowazek erwähnte Hantelform, bezw. Sanduhrform nicht not­wendig einer Querzerschntirung zu entsprechen brauchte, sondern nur einen sekundären Zustand repräsentieren könnte, bedingt durch das Auseinander­schlagen der durch Längsteilung der Initialelemente entstandenen und nur noch durch einen Faden verbundenen Teilhälften. Doch möchte ich die Frage, ob es sich dauernd und regelmässig um Quer- oder Längs­teilungen handelt, mit Rücksicht auf mein eigenes Beobachtungsmaterial, wie darauf, dass auch bei echten Protozoen, u. z. innerhalb des Ent­­wickelungscyclus selbst ein und desselben Organismus, neben zahlreichen anderen Teilungsarten bekanntlich auch typische Querteilungen Vorkom­men, vorläufig meinerseits noch unentschieden lassen. Die zur Konfrontierung mit den auf der Fig. 1 und Fig. 2 dar­gestellten Befunden bereits herangezogene Abbildung auf Fig. 3 lässt, wie bemerkt, erkennen, wie mit zunehmender Vermehrung der Initial­elemente diese ihre rein bimförmige Gestalt allmählich einbüssen, bezw. mit zunehmender Vermehrung und entsprechender Verkleinerung der Ini­tialelemente die Birnenform undeutlich wird, so dass mit den zur Ver­fügung stehenden Vergrösserungen Unregelmässigkeiten der Form nicht mehr erkennbar sind und ein mehr-weniger kugelförmiger Habitus resultiert. Einen Schritt weiter, und wir kommen in dem auf Fig. 4 abgebildeten Stadium zu einem völlig coccenartigen Aussehen der den Trachomkörper zusammensetzenden Eleméntarorganismeu. Während diese jedoch in dem der Figur 3 zu Grunde liegenden Präparat noch einen gleichmässig tiefblauen Ton zeigen, lassen hier einige von ihnen bereits eine leicht blaurötliche Färbung entsprechend dem Durch­schimmern eines roten Kügelchens durch lichter gewordene blaue Umhül­lungsmassen erkennen, so dass der Trachomkörper ein scheckiges Aus­sehen darbietet. Ich möchte dieses Stadium des Trachomkörpers als das­jenige des entwickelten Trachomkörpers bezeichnen und dasselbe charak­terisiert sein lassen 1. durch die mehr-weniger kugelrunde Form der Elementarorganismen und 2. durch einen vollkommen oder noch nahezu vollkommen erhaltenen Plastingehalt, im Gegensatz zu den Frühstadien der Trachomkörper (grosse, bimförmige, eckige Formen der Elemente). Von Interesse ist die auf und unter der Oberfläche des Kernes wahrnehmbare Dehiszenz des Chromatins, da wo der Trachomkörper aufsitzt. Es könnte vielleicht ein nicht näher informierter Beobachter hiebei auf den Gedanken kommen, dass es entweder durch eine Art Ansaugetätigkeit seitens des Trachomkörpers oder beim Ausgleich von osmotischen Druckdifferenzen zu Spaltungen in der chromatischen Substanz kommt. Es handelt sich indessen mit grösster Wahrscheinlichkeit, obwohl das Präparat sonst gut konserviert ist, wohl nur um ein Kunstprodukt, erzeugt durch die Prozedur des Ausstreichens. Denn es kann an der Hand eines grossen Beobach­tungsmaterials als sichergestellt gelten, dass die Anwesenheit des Trachomkörpers, wie unten näher gezeigt wird, wohl vielgestaltige, mehr oder weniger hochgradige Deformationen des Kernes hervorruft, niemals aber grob-mechanische Läsionen. Immerhin ist die hier zu beobachtende Spaltung ein Beweis dafür, dass der Zusammenhang des Trachomkörpers mit der Kernsubstanz ein festerer ist, wie derjenige der Balken des Chromatingerüstes unter einander. Eine weitere Phase, das ReifestadhVm des Tracliomkörpers (runde Formen der Elementarorganismen, Plastinsubstanz aufgebraucht), bringt

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