Szekszárdi Vasárnap 1993 (3. évfolyam, 1-51. szám)

1993-07-04 / 26. szám

6 , SZEKSZÁRDI VASARNAP 1993. JÚNIUS 27. Deutsche Seite Was nicht zu andern ist, wird durch Geduld erleichtert. (Horaz) Béla Bayer: Trockendock Was ich mitbekam: die Wárme im Hafen des Mutterschofies, die Einsamkeit des Wanderers, die Freude des mit sich selbst Kampfenden Mich jagte Piratensehnsucht hinein in kichernde Nebel. Auf dem sich wiegenden Boot glaubte ich nach Hause geschaukelt zu werden Mein Lachein ist Verschwendung. Für den táglichen Bissen Brot, immerwahrende Pein. Blofi mocht'ich nie sein, war aber nie anders, immer pudelnackt. Verkümmerte Sterne wie mefit ihr die Zeit? An meinem Mund Brombeerlila. Mit trauter Umarmung bedeckt mich die Nacht. '93 Volker Ludwig: Wir sind Kinder einer Erde Wir sind Kinder einer Er­de, die genug fur alle hat. Doch zu viele habén Hunger, und zu wenige sind satt. Einer praBt, die andern zahlen, das war bisher immer gleich. Nur weil viele Lander arm sind, sind die reichen Lánder reich. Wir sind Kinder einer Erde, doch es sind nicht alle frei. Denn in vielen Lándern herr­schen Militar und Polizei. Viele sitzen im Gefángnis, Angst régiért von spat bis früh. Wir sind Kinder einer Erde, aber tun wir was fur sie? Viele Kinder fremder Lánder sind in unsrer Stadt zu Haus. Wir sind Kinder einer Erde, doch was machen wir daraus? Ihre Welt ist auch die unsre, sie ist hier und nebe­nan. Und wir wollen sie ver­andern. Kommt, wir fangen bei uns an! A Sprichwörter Wissen ist Macht. Wer wagt, gewinnt. Wer etwas erlangen will, darf die Mühe nicht scheuen. Lerne was, so kannst du was. Man lernt, solange man lebt. Wissen kann die Schule gé­bén, Weisheit aber gibt das Le­ben. AIDS Neuer Virus-Hemmer? Als „aussichtsreichen Kandida­ten" für die mögliche Behandlung der Immunschwache AIDS und ihrer Vorstufen hat ein amerikanisches Wissenschaftler Teamden WirkstofF „Al 721" in einer angesehenen medi­zinischen Zeitschrift vorgestellt. Der neue Wirkstoff, eine cholesterinlö­sende Substanz, konnte in Zellkultu­ren die Vermehrung von AIDS-Vi­ren stoppen, ohne daB die bei ande­ren Virus-hemmern beobachteten Nebeneffekte auftraten. Bei gesun­den Versuchspersonen, deren Pro­duktion von weiBen Blutkörperchen aufgrund ihres Alters gedrosselt war, konnte „Al 121" die Produktion die­ser Abwehrhelfer - bei Infizierten das Angriffsziel der AIDS-Viren - er­heblich steigern. Alle diese Ergebnis­se werden von den beteiligten Wis­senschaftlern noch als „sehr vorlau­fig" bezeichnet'. Um die „klinische Brauchbarkeit" des StofTes zu bewei­sen, sei noch viel Arbeit nötig. -b­Was passiert mit unserer Umwelt? Das irdische Leben ist in Ge­fahr. Die zerstörenden Sympto­me spüren wir schon jetzt. Trau­rig, das die Menschen die Zerstö­rung verursachen. Und doch, das Leben lebt und will leben. Die Führer der Grosmachte interessieren sich für die Natur­wissenschaften, aber eher für das Geld. Wenn sie die Umwelt ver­schmutzen und deshalb eine Strafe zahlen müssen, dann spa­ren sie mehr Geld, als wenn sie die Umweltverschmutzung ein­stellen. In letzter Zeit können wir merken, das etwas nicht in Ord­nung ist. Wo die Brunnen gesun­des Trinkwasser gaben, sind sie heute schon ausgetrocknet, oder ihr wasser ist anteckend, weil die Pflanzenschutzmittel und die Mi­neraldünger in den Boden ein­dringen. Der Fischbestand der Flüsse nimmt standig ab. Auch die Lebewesen des Meeres ge­hen stufenweise zugrunde. Ozonloch und Luftverschmut­zung, Tierarten, die aussterben, dreckige Meere-das sind globalle Probleme. Politiker und Fachleu­te diskutieren darüber, die Zei­tungén berichten fast taglich. Doch für viele Jugendliche sind diese Themen ganz weit weg. Viel náher sind die Umweltsün­den, die in der nachsten Umge­bung passíeren: Schornsteine, aus denen giftiger Rauch kommt; Strasen, die irrímer höher wach­sen; verschmutzte Flüsse, in de­nen wir nicht mehr baden kön­nen. Jugendliche sind davon be­troffen. Wie sehen sie ihre Um­welt? Was denken sie über die Probleme? Welche Antworten habén sie? Einige sagen gar nichts - wie immer. Vielleicht das wichtigste ist der Frieden. Wir müssen unse­ren Luftraum und die Klarheit unseret Gewásser retten und wir müssen verstehen, das der Na­turschutz auch Lebensschutz ist. Die Vögel zwitschern, die Blu­men blühen, die Sonne strahlt. Das Meer ist auch wunderbar, das „Blaue Wunder", die Quelle des Lebens. Passen wir auf die Natúr auf! Ich mache Sorgen Um Dich, mein Altér Freund. Denn ich, sehe mit dem Verge­hen der Zeit nagt der Zweifel an Dir immer wieder mehr. Und Du brummst vor Dir selbst: hat es sich vielleicht gelohnt, soviel zu arbeiten? Was für einen Wert hat 35 Jahre Sklavenarbeit? DaB die­se 35 Jahre sollten die übrigge­bliebenen 10 decken - wenn man vom höchsten Durchschnittsalter der Welt ausgeht - und Du bist weder in Inflation, noch an D^fe valvation schuld, Du hast nur gearbeietet... Ich mache Sorgen um Dich, Altér Freund, Du sagst, sogar die Milch wird schon langsam für Dich ein Luxusartikel Wenn ich es mitkriege, bin ich sehr traurig - auch dann, wenn es nicht sicht­bar ist. Aber ich kann es nicht sichtbar machen - das ist schon eine solche Welt. Doch, Du kannst mir glauben, ich würde meine Seele dem Teufel verkau­fen, wenn ich dadurch behilflich sein könnte. Aber was kann man in einer solchen schlammenden Standeswelt tun, wo die Korrup­tion schon den „móricziani­schen" Mafi erreicht hat. Und die Epoche der richtigen Panamen steht noch bevor? Ich kann nur Sorgen um Dich machen. - b -

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