Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. Staatsgewalt häufig an sich reissen, sieh auch der hl. Krone, die früher immer im Besitz des Königs war, bemächtigen. Es kommt die ständische Auffassung auf, dass die Übertragung der könig­lichen Macht das souveräne Recht der Stände sei und dass diese infolgedessen befugt sind, über die hl. Krone zu bestimmen. Diese Auffassung wird im Jahre 1440 auch in der Krönungsurkunde Wladislaus'I. zum Ausdruck gebracht. Im Zusammenhang hiermit kommt der Begriff der Mitgliedschaft der hl. Krone auf : der Adel ist jetzt nicht mehr „fidelis", Untertan, Untergeordneter der Krone, sondern ihr Mitglied. Nach dem im Jahre 1514 erschie­nenen Tripartitum Werbőczys, des grossen Kodifikators des ungarischen Gewohnheitsrechtes, sind König und Adel durch das Recht des ersteren, seine Untertanen in den Adelsstand zu erheben und durch dasjenige des letzteren, seinen König zu wählen, zu einer untrennbaren Einheit verbunden. Auf Grund dieser Einheit ist der Edelmann Mitglied der hl. Krone. Eröffnungsrede des Präsidenten VALENTIN H('>MAN jn der ordentlichen Generalversammlung der Ungarischen Historischen Gesellschaft am 25. Oktober 1934. Die Gründer unserer Gesellschaft hatten ein doppeltes Ziel im Auge : einerseits die Pflege der historischen Wissenschaften, andrerseits die Popularisierung der Forschungsergebnisse, die Hebung der historischen Bildung der Nation. Es spielte hierbei wohl auch eine Reminiszenz des utilitaristischen Prinzips einer früheren Periode der pragmatischen Geschichtsschreibung mit, — der eigentliche Beweggrund dieser Zielsetzung war jedoch die richtige Erkenntnis, dass die Nation, die eben zu der Zeit der Gründung (1867) ihre politische Selbständigkeit auf dem Wege des Ausgleichs mit Österreich wieder errang, einer historischen Bildung sehr bedurfte. In den späteren Zeiten ging der Kontakt zwischen unserer Gesellschaft und den breiten Kreisen der Öffent­lichkeit leider verloren. Die Entwicklung der Wissenschaften in der Richtung der Spezialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts trug nicht zu deren Volkstümlichkeit bei. In den friedlichen Jahrzehnten um die Jahrhundertwende fiel dies wenig auf, heute jedoch, wo die dramatische Bewegtheit unserer historischen Zeit wieder in breiten Kreisen der Gesellschaft das Verlangen nach der Kenntnis der historischen Vergangenheit erweckt hat, darf dieser Zustand nicht länger aufrechterhalten werden. Auch das Streben nach Synthese in unserer Wissenschaft, ihre ganze heutige Richtung ist für die Wiederherstellung des Kontaktes mit dem grossen Publikum günstig. Unsere Gesellschaft muss also den Weg, den ihr ihre Gründer vor 67 Jahren gewiesen haben, wieder einschlagen.

Next

/
Thumbnails
Contents