Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

SZÁZADOK, 1934. I X. 15 hältnissen des Landes, andrerseits in der regen kaufmännischen Tätigkeit des reformierten ungarischen Bürgertums einen frucht­baren Boden gefunden. Dass sie trotzdem in bezug auf beide Fragen bei der konservativen lutherischen bzw. bei der mittelalterlichen Auffassung ausharrten, ist ein schlagender Beweis dafür, dass der Calvinismus als geistesgeschichtliches Ganzes in das Ungarn des 16. Jahrhunderts noch nicht einzudringen vermochte. Corona uiul regnum. Von EMMA BARTONIEK. In den ältesten erzählenden Quellen der ungarischen Ge­schichte, in denen des 11. Jahrhunderts, kehrt ein konsequent immer im selben Sinne angewendeter Begriff wieder : die „corona", die alles umfasst, was mit dem Amt, der Würde, der Regierungs­tätigkeit des Königs zusammenhängt. Sie bedeutete also in dieser Zeit, wo das Leben des Staates auf der Person des Königs ruhte, soviel wie Staat. Also schon das 11. Jahrhundert hat einen primi­tiven, aber doch abstrakten Staatsbegriff, dessen symbolischer Ausdruck die Königskrone ist. F ben so konsequent wenden diese Quellen aus dem 11. Jahrhundert die Bezeichnung „regnum" an, die neben dem geographischen Begriff des Landes das Objekt der königlichen Herrschaft, der Regierung, und in ihrer dritten Bedeutung, die dem König gegenübergestellte Gesamtheit der Untertanen bezeichnet. Im 13. Jahrhundert erfährt der Begriff „corona" einen Bedeutungswandel, — den grossen Umwälzungen im Leben des Staates entsprechend. Früher wird das WTort „corona" immer im Zusammenhang mit der Tätigkeit des Königs gebraucht ; im 13. Jahrhundert dagegen schon mehr in Verbindung mit den Diensten der Untertanen am Staate, — seit dieser Zeit fangen die letzteren bereits an, ihren Anteil an der Regierungstätigkeit zu fordern und in das Staatsleben einzudringen. Während des 13. und 14. Jahrhunderts ist aber die Krone noch ununterbrochen beim König und die starken Herrscherpersönlichkeiten des 14. Jahr­hunderts verdrängen die Untertanen sogar aus ihren bereits früher eroberten staatlichen Machtpositionen. Im 15. Jahrhundert stellen sich entscheidende Änderungen ein. Die rasche Aufeinanderfolge der verschiedenen Dynastien, die Erschütterungen der wirtschaftlichen Grundlagen der könig­lichen Macht und das ungeheure Anwachsen des Grossgrund­besitzes zeitigen einerseits eine Kräftigung der politischen Macht der Stände oder richtiger des sich auf seine Besitztümer stützenden Hochadels und schaffen die Grundlage für seine Stellung im öffentlichen Leben ; sie tragen andrerseits aber auch viel zur Hebung der Bedeutung der heiligen Krone bei. Eben is diesen bewegten Zeiten besteht das Bedürfnis nach einem Symbol, das den über der Person des Königs stehenden Staat verkörpert. Eben diese Überpersönlichkeit der heiligen Krone hat es ermöglicht, dass die Stände, die im 15. Jahrhundert die Regierung und die

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