Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. Neuere Abhandlungen historischen Interesses im ungarischen geographischen Schrifttum. Von TIBOR MENDÖI.. Die heute noch in ihren Kinderschuhen steckende historische Geographie hat die Aufgabe, eine treue Rekonstruktion des physischen Milieus, im Rahmen dessen die historischen Gescheh­nisse vor sich gingen, dem Historiker zur Verfügung zu stellen : das Endziel wäre freilich die Schaffung ganzer systematischer Sammlungen solcher Rekonstruktionen für den Gebrauch der Historiker. Solange dieser Idealzustand in dem Grenzgebiete von Geschichte und Geographie nicht erreicht ist, muss die Geschichte die Ergebnisse der geographischen Forschungsarbeit aufmerksam verfolgen und mit mühevoller Arbeit das für sie brauchbare Material daraus ausscheiden. Fast jede geographische Studie enthält ja Material, das für den Historiker wertvoll ist und manche wirtschaftsgeographische und siedlungsgeographische Abhandlungen sind fertige Materialsammlungen für den Wirt­schafts- und Siedlungshistoriker. Im folgenden werden acht in den letzten Jahren erschienene ungarische Inauguraldisser­tationen aus dem Gesichtspunkte untersucht, ob sie durch eint; Rekonstruktion der Urlandschaft oder einer späteren historischen Landschaft oder schliesslich durch die Mitteilling jedweder An­gaben auch dem Historiker brauchbares Material bieten. Es wird hierbei auch versucht, festzustellen, in welchem Grade die gebo­tenen Rekonstruktionen zuverlässig bzw. hypothetisch sind. Die Aufgaben der lnittellateinischen Philologie in Ungarn. Von KONRAD HEILIG. Die mittellateinische Philologie ist keine einfache historische Hilfswissenschaft, -— sie hat ein ebenso gutes Recht, als selbstän­diger Wissenschaftszweig angesehen zu werden wie die klassische Philologie. Ihre Aufgabe erschöpft sich nicht in der Erleichterung des Verständnisses der mittelalterlichen Quellentexte, sie hat einen eigenen Zweck : die Entwicklungsgesetze der wichtigsten mittel­alterlichen Sprache systematisch zusammenzufassen. Um diese Aufgabe erfolgreich lösen zu können, muss der mittellateinische Philologe vor allem ein heute weitverbreitetes Vorurteil über Bord werfen : er darf das Mittellatein nicht als eine verdorbene Form des klassischen Lateins, als ,,Mönchslatein", „Küchen­latein" ansehen. Warum sollte denn z. B. Cicero massgebend für die Beurteilung des Lateins der viele tausend Bände umfas­senden mittelalterlichen Literatur sein ? Wenn man der Sprache des Mittelalters Gerechtigkeit widerfahren lassen will, muss man sie als etwas selbständiges und nicht nur in ihrem Verhältnis zum klassischen Latein bewerten. Die erste Voraussetzung der mittellateinischen Studien ist eine gründliche philologische Schulung. Man darf das Mittel-

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