Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. latéin nicht als eine Sprache auffassen, die jede Konstruktion, jede Regelwidrigkeit zulässt. Das Mittellatein hat ebenso feste Regeln wie jede andere Sprache. Diese Regeln sind jedoch häufig von denen des klassischen Lateins abweichend und deshalb ist die Ansicht falsch, dass eine noch so gründliche Kenntnis des klassischen Lateins zum Verständnis mittellateinischer Texte ausreichend ist. Der beste Weg zur Erlernung einer Sprache ist die Lektüre, — das Vorhandensein guter Lesebücher ist also eine der ersten Voraussetzungen für das Studium des Mittellateins. Ein solches Lesebuch haben wir in Ungarn nicht, — dieser Mangel müsste also bald behoben werden. In ein solches Lesebuch müssten vor allem Stücke aus den Quellen der ungarischen Geschichte und zwar möglichst aus solchen, deren Verfasser Ungarn waren, aufgenommen, werden — u. zw. müsste sich dieses Lesebuch hauptsächlich auf die Literatur des 13. Jahrhunderts beschränken, da die Texte des 14. Jahrhunderts die Sprache nicht mehr in ihrer charakteristischen reinen Form zeigen. Im mittelalterlichen Wortschatz lassen sich drei grosse sprachgeschichtliche Gruppen unterscheiden : die literarische Latinität, die eine organische Fortsetzung des Spätlateins ist, das Kirchenlatein, das mit dem Christentum in die Sprache eingedrungen ist und schliesslich das Vulgärlatein, aus dem sich die romanischen Sprachen entwickelt haben, die ihrerseits wieder dem Mittellatein unzählige Lehnwörter geliefert haben. Die mittel­lateinische Philologie hat die Aufgabe, diese Elemente genau herauszuanalysieren, neben den neuen Wortbildungen auch dem Bedeutungswandel der klassischen lateinischen Wörter nachzu­gehen und zum Verständnis des Vulgärlateins die romanische, germanische und in ungarischen Belangen auch die ungarische Philologie zur Hilfe zu nehmen. Aber auch auf dem Gebiete der mittelalterlichen Poesie harren noch viele Aufgaben der Lösung. Nach der herrschenden Ansicht hat das Mittelalter nur den Hexameter, den Pentameter und das Distichon als Verse angesehen. Die Wahrheit dem­gegenüber ist, dass das Mittelalter einen solchen Reichtum von neuen Versformen hervorgebracht hat, von dem die klassische Latinität nicht einmal eine Ahnung hatte. Der Reim wird, wenn auch vielleicht nicht vom Mittelalter ins Leben gerufen, so doch von diesem vervollkommnet. Das grösste Gewicht hat jedoch das Mittelalter auf den Rhythmus gelegt. Neue ungarische theatergeschichtliche Literatur. Von EDITH M. CSÁSZÁR. Die ungarische Theatergeschichtsschreibung blickt auf eine ca 50-jährige Vergangenheit zurück. Bis zur Jahrhundertwende entwickelte sie sich parallel mit der westeuropäischen Forschungs­arbeit und wendete ihre Aufmerksamkeit — ebenso wie die deutsche

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