Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. wurde und das ähnlich wie Savaria bereits in der Karolingerzeit kirchliches Besitztum war und dies auch später unter ungarischer Herrschaft blieb — wurde Mitte des 9. Jahrhunderts vom Salz­burger Erzbischof Liutprand eine Kirche eingeweiht, die inmitten eines altchristlichen Friedhofes erbaut wurde. Der Friedhof entstand aber um die Wende des 4. und 5. Jahrhunderts an der Stelle, wo früher das römische Castrum lag, — die zurückgebliebene römische Bevölkerung rettete sich nähmlich vor den Wogen der Völkerwanderung, ebenso wie in Wien, in das frühere Castrum und bestattete ihre Toten nach damaligem christlichem Gebrauch in der Nähe der Kirche. (In der selben Zeit und auf die gleiche Weise entstand auch Székesfehérvár.) Die ausgegrabenen Ruinen der in der spätrömischen Zeit erbauten Friedhofskapelle von Pécs verraten, dass die Kapelle während der ganzen Völkerwanderungs­zeit ihre Aufgabe erfüllt hat, dass sie sogar neu gestrichen und auch ihr Altar verlegt wurde. Die Tatsache, dass die Kirche in der Karolingerzeit und sogar die spätere im 11. Jahrhundert an derselben Stelle erbaut wurden, liefert, von archäologischen Daten unterstützt, den Beweis für das kontinuierliche Fortleben des Christentums und damit auch der römischen Bevölkerung in Pécs. In bezug auf Esztergom, dass an einem wichtigsten Punkt der ungarischen Donau, auf dem Platz der römischen Stadt Solva liegt, hat es auch Schünemann zugegeben, dass dort bereits vor der Landnahme irgendeine Siedlung vorhanden sein musste. Während der Römerzeit lag hier das Castrum angeblich am Fusse des Schlossberges ; die den vielsagenden Namen Commer­cium tragende bürgerliche Stadt musste also südlich vom Castrum gelegen haben, dort, wo seit der Landnahme die civitas Latinorum lag. Nur diese Kontinuität vom römischen Commercium bis zum mittelalterlichen Vicus Latinorum gibt eine Erklärung für die interessante Tatsache, dass die Latinén von Esztergom in Stein­häusern wohnten, wo doch sonst in Ungarn bis zum 13. Jahr­hundert auch die Kirchen beinahe ausschliesslich aus Holz gebaut wurden und die steinernen Wohnhäuser in dieser Zeit auch in den deutschen Städten noch als Seltenheit galten. In Esztergom gab es aber auch nur in der Latinenstadt Steinhäuser, wie wir das von Rogerius über die Mitte des 13. Jahrhunderts wissen ; die an die Latinenstadt sich anschliessenden neueren Siedlungen des 10. und 11. Jahrhunderts sind ebenso wie in den übrigen Städten Europas, aus Holz erbaut worden. Es ist also klar, dass die Steinpalais Esztergoms Überreste aus der Römerzeit waren. Die alten römischen Städte waren also in Ungarn ebenso wie in allen andern auf den Trümmern des Römerreiches entstan­denen Ländern, die Grundlage der Entwicklung des Städtewesens. Diese waren auch auf heutigem deutschen Gebiete ganz klein und eng ; von den dalmatinischen wissen wir sogar, dass die meisten unter ihnen überhaupt keine Stadtmark hatten. Sogar in der unmittelbaren Nachbarschaft der Städte waren die Aecker im Besitze slawischer Eroberer, denen die Stadtbewohner,

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