Századok – 1935
Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128
SZÁZADOK, 1934. I—X. die Latinén, für ihre ausserhalb der Stadt gelegenen Weingärten Pachtzins zahlen mussten. Dieselben Züge finden wir bei den ungarischen Städten Esztergom,'Székesfehérvár, Sopron und Győr : die Latinén von Esztergom mussten sogar ihr Rathhaus auf fremdem Territorium errichten. In Ungarn war also die Lage dieselbe wie in Dalmatien. Die Stadtmark wurde vom Eroberervolk beansprucht und besiedelt und die alte Bevölkerung hat nichts anderes behalten als ihre Freiheit und ihre Steinbauten. Die Keime des ungarischen Städtewesens lagen also in den hier vorgefundenen alten Römerstädten, die Möglichkeit für die Entwicklung dieser Keime lag jedoch in der Eigenart des ungarischen Volkes. Die Ungarn waren zur Zeit der Landnahme im allgemeinen sicher keine Städter. Sie brachten jedoch aus ihrer alten Heimat eine solche kaufmännische Tradition mit sich, die der hier vorgefundenen städtischen Kultur sofort neue Lebenskraft verlieh. Nach der Landnahme und als deren Folge entwickelten sich zwischen West und Ost neue Handelsbeziehungen, die Ungarn für drei Jahrhunderte zu einem wichtigen Handelszentrum gemacht haben. Auf ungarischen Märkten trafen sich Kölner, Aachener, Regensburger, Wiener Kaufherrn mit russischen und griechischen Händlern, die teure Pelze, Seide und orientalische Gewürze mit sich brachten. Gleichzeitig besuchten aber ungarische Händler nicht nur die Märkte von Kiew, Konstantinopel und die der unteren Donau, sowie auch Prag, sondern auch diejenigen des Westens, z. B. Köln, regelmässig. An diesem Welthandelsverkehr nahmen selbstverständlich auch Ungarn teil, die siel) dicht um die alten Städte angesiedelt hatten und deren Siedlungen am Ende des 13. Jahrhunderts in den meisten Städten, wo keine besonderen Hindernisse im Wege standen, wie z. B. in Győr oder in Esztergom, mit der Altstadt verschmolzen. Andrerseits siedelten sich aber in den wichtigen Handelsemporion nicht nur dem Ungartum ihrer Rasse nach nahestehende östliche Händler an, wie z. B. die nach Pest recht zahlreich eingewanderten Wolga-Bulgaren, sondern es kamen allmählich auch immer mehr Deutsche und sogar Franzosen. Dieser Prozess führte, besonders nach dem Tatareneinbruch, wo die Einwanderung im Interesse der Städtepolitik von den Königen systematisch gefördert wurde, zu der allmählichen Germanisierung mancher Städte. Drei Zeilsehriften. Von ELEMÉR MÁLYUSZ. Seit dem Weltkriege wendet sich die Aufmerksamkeit der deutschen wissenschaftlichen Welt immer intensiver dem Volke zu. Besonders Ethnographie und Geschichtswissenschaft sind bestrebt, das Leben der niederen Volksschichten zu erforschen. Es gibt zahlreiche neue Zeitschriften, die diese neue Richtung des wissenschaftlichen Interesses dokumentieren, darunter auch das „Karpathenland" und die „Deutsch-ungarischen Heimatsblätter".