Századok – 1903

Értekezések - PÓR ANTAL: Nagy Kázmér lengyel király családi élete 693

NAGY KÁZMÉIÍ LENGYEL KIRÁLY CSALÁDI ÉLETE. «95 íme nagy gerjedelmében Caro észre sem veszi, hogy Nagy Lajos utóda a lengyel trónon Hedvig, az ő leánya, tehát Anjou volt. Hagyjuk ezt ! Azokat a frázisokat se mél­tassuk figyelemre, melyeket Erzsébet anyakirályné s a lengyel nemzet gyönge-elméjüségéröl (imbecillitás) mond, minthogy ezek megczáfolása épen általánosságuknál fogva hosszabb és e mellett sivár fejtegetést kívánna; hanem térjünk át amaz üres állítá­sokra, melyekkel Caro Nagy Lajost és anyját szinte sikkasz-bewusstseins, zu welchem Kasimir den Grund gelegt hatte, angefressen von Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen, beeinträchtigt von den Uebergriffen begünstigter Geschlechter und verführt von den rechtsverhöhnenden Handlungen der königlichen Familie gegen die nahen Verwandten des verstorbenen Königs. In seinem Testamente war ver­ordnet, dass die verwittwete Königin Hedwig die Hälfte aller nicht ander­weitig vermachten mobilen Güter, als goldenes, silbernes Geräth und kostbare Gewandstücke, und die beiden Töchter, Anna und Hedwig, die andere Hälfte derselben erben sollten. Jetzt aber brachte man von dem ganzen Schatze etwa 1000 Mark Silbers zuzammen und vertheilte das ganze an diese weibliche Erben zu gleichen Theilen, und während man die sonstigen Kostbarkeiten für die beiden Töchter angeblich zurückbehielt, suchte man die Wittwe mit 1000 Mark Entschädigung für ihre Hälfte abzufinden. Zur grossen Beruhigung Ludwigs verheiratete sich Hedwig, die Wittwe Kazimir's, bald wieder mit dem Herzog Rupert von Liegnitz. Schmählich aber verfuhr Ludwig mit den beiden Töchtern seines grossen Vetters, der unter ähnlichem Verhältniss nimmermehr so gehandelt haben würde. Weil sie ihm in Polen im Sinne seiner Hausmachtspolitik gefährlich werden konnten, wenn sie an volksthümliche oder ehrgeizige Männer verheiratet wurden, so führte er sie nach Ungarn und dort soll er von einem dazu niedergesetzten Gericht sie für in Bigamie gezeugte haben erklären lassen, um an der Verpflichtung, sie ihrem Range gemäss zu verheiraten, frei zu sein. Ist das wirklich geschehen und hat das Tribunal gegen die Ehre der beiden Prinzessinnen entschieden, so hat es eine sicherlich wissentliche Beugung des Rechts sich zu Schulden kommen lassen, denn der Papst hatte ausdrücklich 136S erklärt, dass er seinerzeit den Dispens für die Ehelichung der Hedwig von Sagan durch Kazimir ertheilt habe, und hatte beide Prinzessinnen, als das Project vorlag, eine derselben mit dem König Wenzel von Böhmen zu verheiraten, legitimirt. Der Nachfolger Urban's V. auf dem Stuhle Petri, machte sich aber zum Theilnehmer dieser Kränkung der Waisen, indem er erst, obwohl ihm das wahre Verhältniss nicht unbekannt sein konnte, die beiden Mädchen zu einer etwaigen Vermählung von neuem legitimirte, wie er sich nur zu richtig ausdrückte: aus besonderer Rücksicht auf König Ludwig. Welches Schicksal die jüngere, Hedwig, gehabt, ist unbekannt, aber für die ältere, Anna, sorgte Ludwig alsbald ; er vermählte sie mit dem Grafen Wilhelm von Cilly und stiess sie, nach dem Ausdruck eines neuern Schriftstellers : in eine ganz eigene vom Vater auf die Kinder forterbende Verruchtheit. — Klägliche Menschen, die in ihrem Uebermuth träumen, dem Geschick die Bichtung verleihen zu können ! — kein Anjou herrschte nach Ludwig wieder in Krakau, und Anna, die Tochter des Grafen Wilhelm von Cilly und der Prinzessin Anna, sass als zweite Gemahlin Wladislaw Jagiello's auf dem polnischen Thron.« 49*

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