Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

I. TEIL. Der Führer durch die Ausstellung. Von Dr. Adolf Stengl, k. k. Forstrat

Der Führer durch die FJusftellung. Kärnten, nördliche Kalkalpen, Wienerwald und Galizien-Bukowina), dann an Hirfcbgeweiben mehrere Formen von Urwildftangen aus den Karpatben, kapitale Stücke aus den Kalkalpen (Salzkammergut, Brandenberg in Tirol, Steiermark) und dem Erzgebirge zur Vorführung. Wir verlaffen diefe ebenfo intereffante wie gefcbmackvolle und bis ins kleinfte einheitlich inftallierte Ex­pofition und wenden uns dem benachbarten Tirol zu. Die Schmalfeite des Raumes zur Rechten des eintre­tenden Befucbers war zu einem wirkungsvollen Hocbgebirgsdiorama ausgeftaltet. Im Hintergrunde die maje­ftätifche Natur des Mittelberggletfchers mit der Wildfpitj im Pitjtale; im Vordergrunde zwifchen Latfcben und Felstrümmern ein Idyll aus der alpinen Tierwelt, ein kapitaler Gemsbock, eine Gruppe von Murmeltieren, Spielhäbne und Schneehühner. Die zwei Längswände des Saales waren zur Unterbringung zahlreicher Trophäen ausgenüt)t. Befonders Trophäenwand und Hocbgebirgsdiorama. Öfterreicbifcbes Reicbsbaus. Tirol. genannt zu werden verdient die reiche Kollektion von Gemskrücken, welche auf den Reichtum des Landes an diefem Wilde und auf deffen Güte fcbließen ließen. Daran reihten fich Hirfchgeweibe und Rebgebörne — auserlefene Repräfentanten der dortigen Geweibbildung, die auch mit Exemplaren anderer Herkunft in Kon­kurrenz treten konnten. Hn größeren Kollektionen von Trophäen aus gefcbloffenen Jagdgebieten waren folche aus dem Riß-, Ziller-- und Gleierstale, dann aus dem Landler Reviere bei Kufftein zu fehen. Oberhalb und unterhalb der Trophäen liefen zwei bemalte Friefe, geziert mit originellen und in der urwüchfig, naiven fluffaffung der bäuerlichen Kunft humorvoll erfonnenen Motiven aus dem Jagd- und fllm­leben Tirols. Darüber war eine Reibe alter Steinbockgebörne angeordnet, welche einerfeits durch ihre Stärke und feböne Entwicklung, anderfeits durch die alten Kartufcben, auf denen fie montiert waren, mit Recht allgemein auffielen. Vervollftändigt war diefe Schaufteilung des in Öfterreich bereits der Vergangenheit angehörenden edlen Wildes durch einen uralten, ausgeftopften Steinbock aus Vorarlberg. Überdies brachte diefe flusftellung an Farbenvarietäten einen Rebbockalbino und einen falben Gemsbock, geftreckt in den Wänden des Wilden Kaifers. 77

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