Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

I. TEIL. Der Führer durch die Ausstellung. Von Dr. Adolf Stengl, k. k. Forstrat

Der Führer durch die FJusftellung. Tiroler Jäger. Rus dem Diapofitiv­tableau der Staatsforft Verwaltung. Bär. Bus dem Diapofitivtableau der Staatsforftverwaltung. Öfterreicbifcbes Reicbshaus. doch eine Unterbringung ihrer Husftellung möglich geworden, die dem Umftande Rechnung trug, daß der Staat und die von ihm verwalteten Fonde faft in allen Ländern der dies­feitigen Reicbsbälfte begütert find und überall dort auch Jagdbarkeiten verwaltet werden. Die zwei großen Jagdgebietskarten, eine Glanzleiftung unferes auf diefem Gebiete fo rühm­lich bekannten k. u. k. Militärgeograpbifcben Inftitutes in Wien, haben über den ftaatlicben Jagdbefit) näheren Huffcbluß gegeben und den Befcbauer über die Hrt der Bewirtfcbaftung der Jagdgebiete aufgeklärt. Ergänzend hierzu wirkten zwei ftatiftifebe Tabellen über die Jagdarealverbältniffe, fowie über den Wildftand und Hbfcbuß in diefen Forften. Nachdem es nicht Hufgabe der Staatsforftver­waltung fein konnte, ihre Husftellung in erfter Linie zu einer Tropbäenexpofition auszugeftalten, zumal die öfterr. Reicbsbaus. wertvo li fte n Stücke ficb im Belize ihrer Jagdpäcbter befinden und von diefen felbft zur Schau gebracht worden find, war man bemüht, bei der Huswabl der Husftellungsobjekte anderweitige Ziele zu verfolgen, vor allem durch auserlefene Stücke den Reich­tum der Staats- und Fondsforfte an Wildarten vorzuführen, fodann auf die weiten Schichten der Befucber aus Laienkreifen in bezug auf Jagd und deren Betrieb belehrend und aufklärend zu wirken, hierbei aber auch die bildliche Schilderung des Jagdterrains nicht zu vernachläffigen. Erwähnt feien in letzterer Richtung zwei Temperas vom Landfcbafter H. Heilmann, das eine das Gemsgebiet der Mangart­gruppe mit dem oberen Weißenfelfer See im Vordergrunde, das zweite eine Partie aus dem Wienerwalde darftellend. Gegenüber dem Eingang zu der böbmifchen Abteilung feffelte den Befcbauer ein großes, 7 Meter langes, 3"5 Meter hohes Diapofitivtableau. Zu­oberft drei prächtige Landfcbaften aus dem Salzkammergute, dem Lungau und den Oftkarpatben (Pruttal) und zwei Waldinterieurs aus den Urwäldern der Bukowina, darunter in der Mitte eine reiche Kollektion von Momentaufnahmen der Hauptwildarten (Bär, Wolf, Luchs, Rot- und Rebwild), einige Szenen von Futterplätjen und Hufnahmen von geftrecktem Wild, zu beiden Seiten hiervon je vier Typen von Jägern aus den Weft-, beziebungsweife Oftländern in ihren Nationaltrachten. Hls Randeinfaffung waren friesartig fcbmale Diapofitive von Landfcbaften und Waldinterieurs in leuch­tendem Grün fowie von Unterftandsbütten in Rötel angeordnet. Von den übrigen Objekten wäre zu nennen eine reiche Kollektion von Fährten- und Spurenabgüffen der Hauptwildarten, welche in den vom Staate verwalteten Jagdgebieten vorkommen, dann eine inftruktive, lückenlofe Sammlung von Lotungen der öfterreicbifcben Wildarten, eine Kollektion von Wildzaun-, Futterftadel- und Wildraufen-Modellen, endlich zwei plaftifcbe Karten mit den Reviereinriebtungen des Forftwirtfcbaftsbezirkes Hinterriß in Tirol als Repräfentant eines Jagdgebietes im Hochgebirge und des Forftwirtfcbaftsbezirkes Rafajlowa in Galizien als Beifpiel eines foleben im Mittelgebirge (Oftkarpatben). Die Beziehungen zwifcben Wild und Weideland waren in drei Projekten von Hlpsmeliorierungen, beziebungsweife Einrieb­tungen von Wildfutterwiefen angedeutet. Anlangend die ausgefeilten Trophäen wären neben dem als geftrecktes Wild präparierten Bartgemsbock das Haupt eines im Wildbret äußerft ftarken Karpatbenbirfcben, die Haut famt ausgeftopftem Haupte eines Riefenbären aus den Oftkarpathen, zwei prächtig gefärbte Lucbsfelle und zwei Häupter eines kapitalen Keilers und Bären aus Galizien zu erwähnen. Hus der großen Fülle der für Zwecke der Husftellung zumeift feitens des Perfonales der Staatsforftverwaltung zur Verfügung gefeilten Hirfcbgeweibe, Rebgebörne und Gemskrücken wurde die engere Wahl dabin getroffen, den Unterfcbied in Form und Größe der einzelnen Provenienzen zu veranfcbaulichen. Es gelangten foleberart acht Kollektionen von Gemskrücken (Ober­krain, Tribusanerwände an der krainifcb-küftenländifcben Grenze, Tarvis in Kärnten, Kalk- und Urgebirge in Tirol, Salzkammergut, Ennstal und Neuberg-Mariazell) und vier Provenienzen von Rebkronen (Krain­Hocbwild bei der Fütterung. Bus dem Diapofitivtableau der Staatsforftverwaltung Öfterreicbifcbes Reicbshaus. Wolf. flus dem Diapofitivtableau der Staatsforftverwaltung Öfterreicbifcbes Reicbshaus. Bukowinaer Jäger (Huzule). Hus dem Diapofitivtableau der Staatsforftverwaltung Öfterr. Reicbsbaus. 76

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