Zs. P. Komáromy szerk.: Studia Botanica Hungarica 15. 1981 (Budapest, 1981)
Hajdu, Lajos; Orbán, Sándor: Über die grüne Pflanzenwelt der Baradla-Höhle bei Aggtelek (Ungarn)
STUDIA BOTANICA HUNGARICA (Antea: Fragmenta Botaniea) XV. 1981 p. 5-17 Über die grüne Pflanzenwelt der Baradla-Höhle bei Aggtelek (Ungarn) Von L. HAJDU und S. ORBÁN (Eingegangen am 28. November, 1980) Abstract: (The green plants of the cave Baradla at Aggtelek,,Hungary) A partly compiled check-list of the green plants (apochlorotic Flagellates included) of the Baradla Cave is given. Earlier workers reported 104 algal taxa from the Baradla. Around the lamps 15 algae were living in 1974. There is a very limited coincidence (only two algae are common) between algal species list of the dark flora and that of the lamp flora. 20 moss-species were found at 10-1000 lux light intensity. The ferns are represented only by two species. On the basis of ecological observations some suggestions are given, how to keep the lamp flora at its minimum. Als Grenzstein erhebt sich in der Geschichte der biologischen Forschung der Baradla-Höhle die bedeutende Arbeit von DUDICH (1932). Der Begründer der ungarischen Höhlenbiologie schreibt folgendes über die grünen Pflanzen der Baradla (I.e. p.66): "Es muss betont werden, dass ich weder gelegentlich meiner früheren Excursionen, noch zu meiner letzten Forschungszeit höhere Pflanzen, also etwa Mosspflanzen, Farnpflanzen oder Samenpflanzen in der Höhle gefunden habe. Sogar in den Eingangen nicht, geschweige denn in der ewigen Finstemiss der eigentlichen Höhle... Auch Algen sah ich in den Eingängen nicht, obwohl ich sie, mindestens im Eingang I, erwartet hätte. Ich muss aber jedoch bemerken, dass Herr Prof. Alexander MAGOCSY-DIETZ, Professor l.R. der Botanik an der Universität zu Budapest, mir nach dem Abschlüsse meiner Untersuchungen erwähnt hat, dass er einst Algen in der Region des Einganges I beobachtet hatte, und zwar in den an der Höhlendecke hängenden Sickerwassertropfen. An diesem Punkt muss also die Arbeit eines Algologen einsetzen und die Sachlage aufklären." In derselben Arbeit sind einige Angaben über farblose Algen. Von diesen schreibt spater DUDICH (1959): "Diese Angaben wurden gewohnheitsmassig unter den Protozoen aufgezahlt", aber sie repräsentieren den ersten Algenfund in der Höhle. Die Höhleneingange sind hier mit Türen versehen, es gibt keine helle und zur selben Zeit nasse Mündung wo sich eine typische Pflanzengemeinschaft entwickeln könnte. BOROS (1968) erwähnt in seiner Bryogeographie einige bemerkenswerte Moosarten, die im Denevérág in kühlenschattigen Orten gedeihen ( Cololejeunea rossettiana , FissidenB minutulus , Seligeria pusilla , Didy- modon rigidulus var. glaueus, Brachythecium glareosum, Rhynchostegiella tenella, Rhynchostegium rotundifolium , Taxiphyllum wissgrilHi) . In früheren Zeiten ermöglichte die geringe Beleuchtung die Bildung einer Lampenflora nicht, deshalb haben sich die Botaniker (CLAUS 1955, 1963, 1964, PALIK 1960) an die Algen gewandt, die sich aus den dunklen Teilen der Höhle isolieren Hessen. Die erste Moos-Angabe aus dem Inneren der Höhle finden wir auch in dem Aufsatz von CLAUS (1955): in den Algenkulturen wuchs eine Bryum-Art, derer genaue Identifizierung ohne Sporogon unmöglich war. In der Baradla-Höhle wurde im Jahre 1935 die elektrische Beleuchtung eingeführt. Die Lampen waren mehrmals umgestellt, und wurden durch immer leistungsfähigeren umgetauscht. Es gab inzwischen kürzere Perioden (z.B. im und nach dem zweiten Weltkrieg), während dessen das