Günter Dinhobl (Hrsg.): Sonderband 7. Eisenbahn/Kultur – Railway/Culture (2004)

IV. Die Eisenbahn-Technik / Railway-technics - Milan Hlavacka: Frühes Eisenbahnwesen und Technologietransfer in den böhmischen Ländern und in der Habsburgermonarchie 1837-1842

Frühes Eisenbahnwesen und Technologietransfer in den böhmischen Ländern Mährisch-schlesischen Landesgubemiums 1786-1849", verwaltet vom Mährischen Landesarchiv Brünn, auf. Zu bemerken ist noch, dass die Gubemien bis zum Jahre 1848 die obersten politischen und administrativen Organe der Länder der Habsburgermonarchie waren und direkt den Hofamtem in Wien unterstanden. Umgekehrt war ihnen die mährischen Kreisämter unterstellt. Das Landesgubemium oder die Landesstelle beaufsichtigte auch das Betragen der Bevölkerung und verhielt sich vielfach in den Streitigkeiten zwischen den einzelnen Bewohnern (manchmal auch eines ganzen Herrschaftsgutes) mehr oder weniger neutral. Die private Gesellschaft der Kaiser Ferdinands-Nordbahn, die hier quasi als kapitalistischer Eindringling in die patrimonale südmährische Gesellschaft figuriert, erwarb vom österreichischen Kaiser Ferdinand I. im März 1836 das ausschließliche Privilegium für den Bau und Betrieb der ersten österreichischen Dampfeisenbahn von Wien nach Galizien mit Abzweigungen nach Brünn, Olmütz und Troppau. Die gesamte Bahnstrecke wurde erst im Jahre 1858 fertig gestellt und führte schließlich bis Krakau. Ihr bedeutendster Aktionär war der Bankier Salomon M. Rothschild. Brände Im Unterschied zum Gros der Stadtbevölkerung, welche die sich aus der Dampfmaschinenbeförderung ergebenden Vorteile rasch begriff und nutzte, wehrte sich die Landbevölkerung oft gegen die Einführung der Eisenbahnen. Sie lehnte es ab, Grundstücke für die Eisenbahn zu verkaufen, denn die Bahn trennte die Wirtschaft von den auf den Scheunenäckem liegenden Grundstücken, störte das bestehende Netz der Landstraßen und Feldwege und die Bewirtschaftung der Grundstücke. Wenngleich die Begehungskommissionen, zusammengesetzt aus den Reihen der Kreiskommissare und 11 11 Bestand Die Nordbahn B 14, sign. 73/13, Kartons 3 601 bis 3 612 und im Bestand Kreisamt Brünn B 23, Karton 452. Als ergänzende Quelle diente mir die gedruckten Protokolle der Generalversammlungen der Aktionäre der Kaiser Ferdinands-Nordbahn, die alljährlich im Frühjahr von der Direktion der Nordbahn den Aktionären unterbreitet wurden, und die ausgezeichneten Studien des mährischen Eisenbahnhistorikers Mojmir Krej i ik, die in verschiedenen tschechischen technischen Zeitschriften veröffentlicht wurden - wie z. B.: K r e j i i k , Mojmir: Malÿ zelezni ni pitaval, 1-4, Praha 1991-1993 (Kleine Eisenbahngeschichten); derselbe: Zahäjeni no niho provozu na Sevemi dräze cisa e Ferdinanda. In. Zelezni à (1990, 15), S. 229-230 und (1990, 16), S. 246-247 (Einführung des Nachtverkehrs auf der KFNB); derselbe: Po stopäch naäich prvnich strojv de ln: Zelezni à (1989, 18), S. 280-281 (Auf den Spuren unserer ersten Lokführer); derselbe: O vytâp ni prvnich lokomotiv na Sevemi dräze cisa e Ferdinanda. In: D jiny v d a techniky 22 (1989, 4), S. 237-253 (Über die Heizung der ersten Lokomotiven der KFNB); derselbe Bm nskä nädrazi. In: Zelezni ä (1989, 11), S. 168-169 (Brünner Bahnhöfe); derselbe B eclavské mosty In: Zelezni ä (1989, 11 ), S 170-171 (Lundenburger Brücken). 275

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