Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)
Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901
Georg Lehner - Monika Lehner Truppen, von welchen 5 000 Mann in Woochang [Wuchang] stehen sollten, dürften die best abgerichteten in ganz China sein.2196 Am 2. Juni befuhr Montecuccoli mit den Kommandanten der Schiffe der Escadre und einem Teil der Stäbe die in Bau befindliche Bahnstrecke Hankou-Beijing bis zum Kilometer 62,2197 und am folgenden Tag besichtigte er die Eisenwerke und das Arsenal von Hanyang. Die für den 4. Juni 1901 vorgesehene Abreise wurde kurzfristig verschoben, da KA Montecuccoli über die Ankunft Sir Edward Seymours, des eben zum Admiral beförderten Oberkommandierenden der britischen Escadre in Ostasien, informiert wurde. Admiral Seymour hatte vor seiner Ablösung (sein Nachfolger, VA Sir Cyprian Arthur George Bridge219*, sollte am 15. Juni übernehmen) noch einmal den Changjiang befahren, um auch von Zhang Zhidong und Liu Kunyi Abschied zu nehmen.2199 Am 5. Juni verließ S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia um 5.00 Uhr morgens Hankou2200 und steuerte flussabwärts. Gegen Mittag ließ KA Montecuccoli vor dem am rechten Ufer des Yangtse gelegenen Orte Shi-wu-yau vor Anker gehen, um von da aus einen Ausflug zu den auf 29 Kilometer gelegenen Eisenminen im District Tieh zu unternehmen.2201 Diese Eisen-Minen, die von einem deutschen Ingenieur „Herrn Phillip“ geleitet wurden und per Bahn in etwa einer Stunde zu erreichen waren, standen ursprünglich in kaiserlichem/staatlichem Besitz, waren aber nach dem chinesischjapanischen Krieg von 1894/95 dem „bekannten Marquis Cheng“ aufgenötigt worden, der sie solange betreiben muss, „bis es der Regierung convenieren wird die Eisenwerke zurückzukaufen.“2202 Am späteren Nachmittag wurde die Fahrt fortgesetzt, da jedoch kein günstiger Ankerplatz in Reichweite lag, musste das Schiff über Nacht im Fluss ankern. In der ersten Nachtwache passierte die britische Admiralsyacht ,Alacrity“ stromabwärts und S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ ankerte in Sichtweite des Flaggenschiffes. Am 2196 Ebenda. Zum Besuch bei Zhang Zhidong siehe auch die Tagebucheintragungen von KA Montecuccoli (B/830, S. 211 f.) und LSK Haus (B/241/5 - Abschnitt: S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ 9.V. -31. XII. 1901, S. 17). Diese Fahrt war durch die .Zuvorkommenheit des Herrn Diamanti, Directeur du chemin de fer du Nord“ möglich geworden. Als Bauträger fungierte eine belgisch-französische Gesellschaft, die den Bau in rund drei Jahren vollenden wollte, wobei jedoch Teile der Strecke schon vorher dem Verkehr übergeben werden sollten. (KA, MS/OK 1901-V-5/15, No. 1 669, fol. 112', ECiO an RKM/MS, Res. No. 591/M, Woosung, 16.6.1901). 2198 Clo wes VIKrepr. 1997), S. 580. 2199 KA, MS/OK 1901-V-5/15, No. 1 669, fol. 112v, ECiO an RKM/MS, Res. No. 591/M, Woosung, 16.6.1901. 2200 S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ folgte am Nachmittag des Tages, S.M.S. „Aspern“ am nächsten Morgen. 2201 KA, MS/OK 1901-V-5/15, No. 1 669, fol. 113’, ECiO an RKM/MS, Res. No. 591/M, Woosung, 16.6.1901. 2202 Ebenda. 558