Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)
Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901
Auf der Fahrt dahin wurde am 29. Dezember eine Scheibenschießübung durchgeführt.2098 Nach einem kleinen Zwischenfall2099 liefen beide Schiffe am folgenden Tag um 8.30 Uhr in Kobe ein, wo wenig später auch der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Princess Irene“ mit dem k. u. k. Gesandten eintraf.2100 Von Yantai/Zhifu kommend, traf S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ am Nachmittag des 6. Januar ebenfalls in Kobe ein. So wie die Stäbe der seit November 1900 in den japanischen Gewässern kreuzenden Schiffe, erhielt der Stab kurze Urlaube fur Nara und Kyöto und die Mannschaften erhielten „in reichlichem Maße“ Landurlaub.2101 Wie gewöhnlich hatte der Lloyddampfer „Maria Valerie“, der planmäßig am 30. Dezember 1900 in Kobe eintreffen hätte sollen, Verspätung und traf erst am 11. Januar 1901 ein. Doch die Provisionen für die Escadre waren in gutem Zustand und wurden noch am Nachmittag übernommen.2102 Nach der Einschiffung eines Lotsen2103 verließen S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ und S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ am 13. Januar um 7.00 Uhr Kobe und nahmen Kurs auf „Uchi-no-umi auf Shodo-sima“2104, wo um 13.00 Uhr geankert wurde. In dieser geschützten Bucht wurden am folgenden Tag umfangreiche Übungen durchgeführt: t - - - ]n den Nachmittagsstunden [wurde] das gleichzeitige Aussetzen aller Dampfbarkassen und Boote verbunden mit einer Ruderübung und hernach die Ausrüstung der Boote auf Kriegsfuss zu Landeoperationen mit dem, nach der für den damaligen reducierten Bemannungsstand zusammengestellten neuen Rolle, festgesetzten Bemannungen durchgefuhrt. ln der II. Abendwache und I. Nachtwache Die Tätigkeit der k. u. k. Escadre für Ostasien 1901 Das Flaggenschiff begann um 7.00 Uhr das „Scheibenschiessen aus Geschütz-Einsatzlauf* gegen eine von S.M.S. „Zenta“ geschleppte Scheibe. Die Übung mußte kurz darauf abgebrochen werden, da der auffrischende NO-Wind die Scheibe bei einer Wendung des schleppenden Schiffes zum Zusammenbrechen gebracht hatte. Am Nachmittag wurde die Übung fortgesetzt und S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ konnte die Einzelübung aus Geschütz-Einsatzlauf sowie diejenigen mit Schnellfeuerkanonen und Mitraulleusen planmäßig durchführen, worauf die Fahrt nach Kobe fortgesetzt wurde (Ebenda, fol. 26v, ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900) . 2099 In der Morgenwache des 30.12.1900 fiel um 6.30 Uhr ein Matrose vom achteren Freideck von S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ über Bord. „Dank des umsichtigen und präcisen Manövers und der raschen Rettungsaction, gelang es den Mann binnen Kurzem an Bord zu bringen.“ (KA, MS/OK 1901-V-5/4, No. 368, fol. 27', ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900) . 2100 Ebenda, fol. 27r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900. 2101 KA, MS/OK 1901-V-5/5, No. 444, fol. 35\ ECiO an RKM/MS, Res. No. 88/M, Mitsu, 16.1.1901. 2102 Ebenda, fol. 36', ECiO an RKM/MS, Res. No. 88/M, Mitsu, 16.1.1901. 2103 Am Abend des 12.1.1901 schiffte sich der Japanische Lootse Captain Kaya an Bord des Flaggenschiffes ein, welchen ich mit Rücksicht auf den beabsichtigten mehrtägigen Aufenthalt in der Inlandsee mit Berührung verschiedener Punkte derselben aufnehmen liess.“ (Ebenda, fol. 36, ECiO an RKM/MS, Res. No. 88/M, Mitsu, 16.1.1901). D. i. Uchinomi auf Shödo-shima, eine kleinere Insel zwischen Shikoku und Honshü. Uchinomi befindet sich an einer geschützten Bucht an der Südseite der Insel. S. Nihon ni-kakokugo atorasu/Japan. A Bilingual Atlas, Kodansha International, Tokyo/New York/London, 66. Aufl. 1996, S. 17 Hl. 537