Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten - Verlauf, Abschluss und Unmittelbare Folgen

Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten ... Die Stärke der Gesandtschaftsschutzwachen sollte etwa 2 000 Mann betragen: Deutschland 300 USA 100 Großbritannien 200-250 Japan 350-400 Österreich-Ungarn 250 Frankreich 250 Italien 150-250 Rußland 350 „Die Commission findet es für nöthig, daß auch Spanien, Belgien und Holland entsprechende Schutzwachen nach Peking senden.“1876 Mit der Ausführung der Befestigungsbauten sollte umgehend begonnen werden, damit diese vor Beginn der Regenzeit im Juli abgeschlossen werden könnten und [wjeiters erscheint die Eile in der Bauausführung deshalb nöthig, weil die chinesische Regierung, welche bald nach Peking zurückkehren dürfte, die Kulis von der Theilnahme an diesen Arbeiten wahrscheinlich abhalten wird.1877 Für die österreichisch-ungarische Gesandtschaft, die sich in der Nord-Ost-Ecke des Gesandtschaftsviertels in sehr exponierter Lage befand, bedeutete das die Errichtung von 491 Metern Verteidigungsmauer (an der nördlichen Seite 330 m, an der östlichen Seite 161 m). Ueberdies erfordert deren Lage am Flügel die Schaffung einer Flankierungsanlage im nordöstl. Winkel, in welcher nach jeder Seite 1 bis 2 Maschinengewehre und ein Geschütz in Thätigkeit gebracht werden können. Mit Rücksicht auf vorerwähnte Umstände scheint die Stärke der Besatzung von einer Infanterie- oder Jägercompagnie und circa 30 Artilleristen nicht zu hoch zu sein.1878 Der k. u. k. Gesandte ersuchte unter Berufung auf Hauptmann Wöjcik darum, „einen technischen Offizier mit wenigstens zwei Bauwerkmeistem schleunig herauszusenden.“'879 Angesichts der umfangreichen Bauvorhaben - Unterkünfte für die Schutzwache, Verteidigungsmauem und Neubau der Gesandtschaftsgebäude - würde dadurch solide Bauausführung und auch Kostenersparnis erzielt, da hier Mangel an Architekten und Wiederverwendung der Shanghai’er Architecten nicht empfehlenswerth ist.1880 Diese Bitte wurde vom Ministerium des Äußern befürwortet,1881 nicht aber die von der Kommission für Österreich-Ungarn vorgesehene Schutzwache (etwa 250 Mann1882). In Wien war man der Ansicht, dass 1876 1877 1878 1879 1880 1881 Ebenda. Ebenda. KA, O.K./M.S. No. 831, fol. 45\ Wöjcik an RKM, Peking, 9.2.1901. HHStA, P.A. XXIX/15, fol. 138r, Czikann an MdÄ, Telegramm No. 23 (6 936, Chiffre), Peking, 18.2.1901. [Hervorhebung im Original], Ebenda. Das Triester Tagblatt meldete am 9.3.1901: „Militärische Exmission [sic!] nach China. Wie man aus Temesvar meldet, wurde der Geniedirector in Bilek, Oberstlieutenant des Geniestabes Wilhelm Junk, nach China entsendet, um den Bau der für die Vertreter unserer Monarchie in Peking und Tientsin nothwendigen Objecte zu leiten. Oberstlieutenant Junk tritt noch im Laufe dieses Monates 491

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