Jürgen Pohl: Sonderband 1. „Die Profiantirung der Keyserlichen Armaden ahnbelangendt” – Studien zur Versorgung der kaiserlichen Armee 1634/35 (1989)

B Der Rahmen - B1 Das Heer - Gesunde und Kranke

Wolfgang Pohl Also können hier immer nur ungefähre Werte angegeben werden. Die höchste Besoldung erhält der Feldmarschall mit 2.000 Gulden pro Mo­nat und Futter für 200 Pferde (in den Listen wird einfach angegeben: „200 Pferde“). Die geringste Besoldung innerhalb des Stabes bekommt der „Stabs Fourier“ mit 100 Gulden und Futter für 8 Pferde monatlich. In den einzelnen Kompanien reicht diese Spanne von 45 Gulden für den Hauptmann bis zu 2 Gulden 6 Kreuzer für den einfachen Knecht. Das Verhältnis zwischen der niedrigsten und der höchsten Besoldung hegt also ungefähr bei 1 : 1.000. In der mittleren Ebene (auf Begimentsstufe) fallen Unterschiede zwischen Infanterie- und Kavallerie-Regimentern auf, wobei die Besoldungen der Kavalleristen um den Faktor 1,2 über denen der Infanteristen liegt. GESUNDE UND KRANKE Einige wenige Dokumente lassen uns einen Einblick in den Gesund­heitszustand der Soldaten in jener Zeit gewinnen. Genauso, wie es für die Wintermonate in einzelnen Ländern oder Landesteilen Ein­quartierungen von Soldaten gab, gab es auch Einquartierungen von kranken Soldaten, wie uns zumindest in einem Dokument berichtet wird. Es handelt sich um ein Patent der unterösterreichischen Land­stände32, das an die gesamte Bevölkerung gerichtet ist. Der Kaiser hatte beschlossen, von den bei Regensburg verwundeten oder sonst erkrank­ten Soldaten - wobei noch einige Bemerkungen über die Heldenhaftig­keit dieser Männer gemacht werden - zweitausend nach Österreich un­ter der Ennß einzuquartieren, wo sie bis zu ihrer vollständigen Gene­sung verpflegt werden sollten. Das Problem besteht nun für die Land­stände darin, daß sie sich nicht mehr in der Lage sehen, die notwendige Verpflegung aufzubringen, ebensowenig wie die ihnen abverlangten einhundertzwanzig Pferde mit sechzig Knechten für Artillerie- und Proviantwagen. Zusätzliche Ausgaben brachte der Besuch des Königs Ferdinand III. mit Frau und dem gesamten Hofstaat in Passau, der im Juli stattgefunden hatte. Deshalb ist beschlossen worden, für das ganze Land eine Sondersteuer zu veranschlagen, die vierundzwanzig Kreuzer pro Haus betragen soll, um die erforderlichen Geldsummen vor allem für die verwundeten Soldaten aufzubringen, wie hier noch einmal betont wird. Diese Steuer Militärimpressen Nr. 18b vom 4.10.1634 AFA 1634/2/29 vom 18.2.1634 AFA 1634/3/63. 32) Staatskanzlei/Patente/11/27.11.1634. 58

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