Jürgen Pohl: Sonderband 1. „Die Profiantirung der Keyserlichen Armaden ahnbelangendt” – Studien zur Versorgung der kaiserlichen Armee 1634/35 (1989)
B Der Rahmen - B1 Das Heer - Historischer Abriß
Wolfgang Pohl stände gekommen. Am 19. Januar 1654 sah sich jedoch der Herzog gezwungen, nach Breisach zu fliehen und sich mit seinen Truppen dem Kaiser zu unterstellen. Unmittelbar nach dem Sieg der Katholischen bei Nördlingen war der König von Frankreich in Lothringen eingefallen und plünderte das Land aus. Der Herzog von Lothringen, der auf kaiserlicher Seite kämpfte, war nicht in der Lage, dies zu verhindern. In der Folge kam es zu lang andauernden Verhandlungen zwischen Frankreich und Schweden, vor allem wegen Subsidien, die Frankreich der protestantischen Seite zahlen sollte. Das Ergebnis war der Vertrag von Paris, in dem vereinbart werden sollte, daß Frankreich 12.000 Mann stellen werde. Als Gegenleistung sollten sich die Schweden und die protestantischen Kreise verpflichten, keinen Frieden ohne Zustimmung Frankreichs abzuschließen; gleichzeitig sollte der König von Frankreich das Recht erhalten, im Falle eines Angriffs der katholischen Armee das gesamte linke Rheinufer in seinen Resitz zu bringen. Die vier protestantischen Kreise nahmen diesen Vertrag auf einer Versammlung zu Worms am 28. Dezember an. Die Schweden akzeptierten diesen Vertrag nicht, weil ihnen ihre eigenen Interessen zu wenig berücksichtigt schienen, und so mußte weiterverhandelt werden, doch bis zum Ende des Jahres 1635 gelangte man zu keinem Ergebnis. Gemäß der mit Frankreich zustande gekommenen Vereinbarung besetzte König Ludwig XIII. von Frankreich das linke Rheinufer und beteiligte sich damit offen am Krieg. Damit war es mit der Überlegenheit der Kaiserlichen vorbei; trotzdem gelang es ihnen, in einem Handstreich am 24. Januar 1635 die Festung Philippsburg zu nehmen. Schon vor der Schlacht von Nördlingen hatte der Kaiser im Juni 1634 die Friedensverhandlungen mit Kursachsen in Pirna wieder aufgenommen. Diese Verhandlungen versuchte Schweden durch einen Einfall nach Böhmen, an dem sich nach anfänglichem Zögern auch Kursachsen beteiligte, zu vereiteln. Nach ersten Erfolgen (Eroberung Zittaus am 14. Juli) kam es später zu einem Stillstand, nachdem der Versuch fehlgeschlagen war, die Prager Burg zu erobern. Nach der Niederlage von Nördlingen zog sich das Heer aus Böhmen zurück. Bei den Friedensverhandlungen wurde im November ein erster Vertragsentwurf fertiggestellt, der im folgenden Jahr zur Grundlage des Prager Friedens wurde. Am 2. April 1635 trafen die kaiserlichen und sächsischen Gesandten in Prag zusammen, wo die Verhandlungen fortgesetzt wurden bis zu ihrem erfolgreichen Abschluß am 30. Mai. Mn 15. Juni wurden die Ratifikationsurkunden ausgetauscht. Danach bemühten sich beide Vertragspartner, ihre jeweiligen Bundesgenossen zum Beitritt zu diesem Vertrag zu bewegen. Schweden stellte für einen 22