Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2008-2009 - Acta Ethnologica Danubiana 10-11. (Dunaszerdahely-Komárno, 2009)
Tanulmányok - Simon Attila: Cseh és szlovák telepesek kényszerű migrációja az első bécsi döntés után (Összefoglalás)
Inzwischen versammelte sich seit dem frühen Morgen auch die Bevölkerung aus der Umgebung, um die Mobiliare der Kolonisten für einen außerordentlich niedrigen Preis abzukaufen. In den Nachmittagsstunden verließen die Gruppen von Ansiedlern die Kolonie; sie durften mit besonderer Erlaubnis der Offiziere ihr Hab und Gut auf Fuhrwerken bis zur Staatsgrenze mitnehmen. Dort hielt man die Fuhrwehrke jedoch zurück, sodass sie die Grenze zu Fuß passieren mussten (Deák 2003, Dokument Nr. 15, 49-50; Dokument Nr. 78, 103—104; Dokument Nr. 123, 153-154). Am nächsten Tag wurden auch die Ansiedler aus Sárrétpuszta mit derselben Methode vertrieben. Infolge dieser organisierten Aktionen sind die Kolonien der Oberen Schüttinsel bis Mitte November geleert worden. Im Gegensatz zu den bereits erwähnten zentralen Befehlen wurden - wenngleich nicht auf örtliche Initiative - nicht nur die tschechischen und mährischen Ansiedler vertrieben, sondern auch ein Teil der Slowaken, ln einem Brief vom 22. November berichtet der Kreiskommandant in Sommerein darüber, dass alle tschechischen und mährischen Ansiedler (214 Familien) den Kreis verlassen haben, von den Slowaken jedoch noch etwa 100 Familien geblieben sind13. Die Vertreibung der slowakischen Ansiedler geschah gewöhnlich nicht auf direkte Weise, sondern mit Hilfe von indirekteren Mitteln. Davon zeugt das Schicksal der Kolonisten aus der Umgebung von Komom, die im Gegensatz zu den Ansiedlern der Oberen Schüttinsel bis Ende 1938 am Ort geblieben sind. Das Verhalten der Behörden war hier wegen der Nationalität der Ansiedler zwar zurückhaltender, zwang allmählich auch sie, das Gebiet Ungarns zu verlassen. Davon zeugen jene Erklärungen und Ansuchen, die ab der zweiten Novemberhälfte bis Anfang Dezember dem Kreiskommando massenweise eingereicht wurden, in denen man die Behörden um die Genehmigung der Aussiedelung gebeten hatte14. In den Erklärungen betonen die Ansiedler zwar, dass sie sich freiwillig für eine Aussiedelung entschlossen hatten, es ist jedoch nicht zu bezweifeln, dass dabei sowohl die feindselige Stimmung als auch die Belästigungen seitens der Behörden eine große Rolle gespielt haben. Trotz bereits im November eingereichter Ansuchen befanden sich die Ansiedler der größeren Kolonien in der Nähe von Komom (Hodzsafalva, Margitmajor, Eklipuszta, Ujpuszta, Szilaspuszta) noch an ihren Wohnorten, als Mitte Dezember die Erfassung von Bevölkerung, Bodenbesitz und Tiere in Oberungarn erfolgte. Ihre Aussiedelung geschah in den letzten Dezembertagen bzw. im Januar und sie haben Mobiliar, Hausrat und Haustiere mitgenommen. An der Vertreibung der Ansiedler wollte die entscheidende Mehrheit der Bevölkerung zwar aktiv nicht teilnehmen. Doch das während der Bodenreform erlebte Gefühl existentieller Verunsicherung sowie persönliches Unrecht haben dazu beigetragen, dass sie die Vertreibung der Kolonisten als gerechtfertigt ansahen. Viele konnten auch der Versuchung nicht widerstehen, das Kolonistenvermögen günstig zu erwerben. Da auf Befehl der Militärverwaltung in vielen Dörfern verkündet wurde, das Vermögen der vertriebenen Kolonisten könne gekauft werden, bemühte man sich massenweise, die Not dieser auszunutzen, um sich für paar Heller Möbel, Tiere und Gebrauchsartikel zu ergattern. Der 13 ŠOA Šaľa, f. Oberstuhlrichteramt in Somnierein (1938-1945), k. 10, 856/1938. 14 SOA Komárno (Staatliches regionales Archiv, Komom), f. MKOVV ( Kreis-Militärkommando Komorn), k. 2, 262/1938. 142