Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2003-2004 - Acta Ethnologica Danubiana 5-6. (Dunaszerdahely-Komárno, 2004)

Tanulmányok - Perger Gyula: A kisemlékkutatás történeti forrásai

Ohne Zweifel bewahren die Kirchenarchive die meisten Dokumente der sakralen Kleindenkmäler. Wir dürfen aber die städtischen Rats-, und Gerichtsprotokolle als Quellen der Kleindenkmalforschung nicht außer Acht lassen. Im Gerichtsprotokoll vom 30. Juli 1455 wird die Mordtat an Péter Srescher, wohnhaft in Sopron, ausgeführt von Egyed Pfaff, woh­nhaft in Sérc, verhandelt. Der Angeklagte verspricht bei Bürgschaft, daß er, wenn das Urteil mild ausfallen sollte, ein Steinkruzifix an der Mordstelle errichten läßt, in allen Kirchen in Sopron Buße tun wird, mit weiteren 30 Seelen eine Wallfahrt nach Rom und nach Aachen unternimmt, und zwar innerhalb von einem Jahr. Schließlich schenkt er Tamás Drescher, dem Verwandten des Ermordeten, und der Corpus Christi Zunft 100 Pfund Wachs in zwei Raten. Das versprochene Kreuz stimmt aber mit dem heute existierenden nicht überein. Als Standort wurde die Wiener Straße angegeben. Eine weitere Notiz berichtet über den „Kalchbrenner“, der mit seinem vollen Namen nicht genannt wird, aus dem Jahr 1674. Er stellt dem Stadtrat zu Sopron einen Antrag, ihm das Auf­stellen eines Steinkreuz.es zu erlauben: 1st E.furem] E.[lircnwcrten] Gemein nicht zuwider (dass auf den Anger bey der Erdburgen ein creutz stein aufgerichtet werde) doch dass derselben kein onus hiedurch Zuwachse und dass kiinfftig. das solches creutz durch alter zerfallen möchte, nicht E. E. Gemein sondern Stifter oder dessen Erben dasselve zu repariren schuldig sei sollten. Endre Csatkai nach ist dieses Kreuz das sog.'weiße Kreuz' an der Wiener Straße (Csatkai 1953). Das Gelöbnis, ein Kreuz zu errichten, ist ein interessanter Teil der ab dem 17. Jahrhundert in großer Anzahl überlieferten Testamente. Ein Verstorbener in Sopron hinterließ 1672 seinen Willen: Seine Witwe und seine Kinder sollen in der Flur von Pinnye einen steinernen Bil­dstock aufstellen (Horväth-Dominkovits 2001, 73). Eine ganz besondere Quelle ist ein am 25. April 1598 verkündeter Erlaß. Er wurde im Namen von Kaiser Rudolf von Ruprecht Stotzingen, Herr von Hornstein, Gouverneur von Niederösterreich, ein paar Wochen nach der Rückeroberung Raabs von den Türken ausgestellt: Laut dem Erlaß müssen zum Gedenken der Rückeroberung in allen Gemeinden Nieder- und Oberösterreichs die alten, kaputten, zusammengestürzten Kreuze und Statuen an allen Wegen, Pässen und Fluren wieder errichtet werden. Die folgende Aufschrift muß auf Stein oder Blech aufgeführt werden: „Sag Gott dem Herrn Loh and Dank, daß Raab wider kommen in der Christen Hand. - Den neimundzwanzigsten Mártii im 1598. Jahr. " Von diesen sog. Raaber Kreuzen steht eins noch in Leithaprodersdorf- ung. Lajtapordány (Mohi 1913, 76). Einen seltenen Bestand bieten unter den schriftlichen Quellen die hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert stammenden Memoiren und Tagebücher. Die meisten Autoren dieser Schrif­ten waren Ordensbrüder, aber wir Enden solche auch aus der Feder von weltlichen Schreibern, öfters Erinnerungen an Kriegsgeschehnisse. Menschen, die vor den napoleoni­­schen Kriegswirren auf der Flucht waren, ruhten sich oft unter Wegkreuzen aus. Die Standor­te der ehemaligen oder der auch heute noch stehenden Kreuze können aus diesen Beschrei­bungen rekonstruiert werden. Nicht selten erhalten wir nur noch aus diesen Quellen Informa­tionen über bereits vernichtete Objekte: Im Tagebuch der Belagerung Raabs aus der Feder des Pfarrers Lőrinc I Ioheneggers stellt zum Jahr 1809: Ein Blaufärbergeselle, unerfahren in dem Kampf, zögerte und verspätete sich, aus einer Verkauf­sbude zischten tödliche Kugel auf ihn, mehrfach tödlich verwundet stürzte er vor dem Burgtor vor der Statue des Heiligen Sebastians. 85

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