Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2003-2004 - Acta Ethnologica Danubiana 5-6. (Dunaszerdahely-Komárno, 2004)

Tanulmányok - Székely Zoltán: Középkori képoszlopok Győrött

unverhältnismäßig in die Länge gezogen. Das Monument steht auf einer umzäunten Fläche, am Rand der Ziegelei. Von Georg Hoefnagel wurde ein sehr schön ausgeführter Kupferstich angefertigt, und zwar, wie dies aus der einen Aufschrift auf dem Bild hervorgeht, unter Verkleinerung der von Nicolo Angielini im Jahre 1566 geschaffenen, sehr genauen Zeichnung*. Doch bleibt die Vedute in mehreren Punkten unklar, die Darstellung der als Palatium genannten Bischofsburg ist völlig fehlerhaft, was ebenso an der Glaubhaftigkeit der übrigen Details zweifeln läßt. Die von Hoefnagel benutzte Vorlage könnte aber Grund zur Zuversicht geben, war doch der in der Aufschrift erwähnte Angelieni italienischer Militäringenieur, der in den 60-er und 70-er Jah­ren des 16. Jahrhunderts an den Arbeiten zur Verstärkung der Grenzbefestigungslinie gegen die Türken teilnahm, und aus jener Zeit zahlreiche seiner Entwürfe bekannt sind. Bei der Lösung der Authentitätsfrage war der Orginalentwurf Angielinis bzw. dessen in der nahezu gleichen Zeit entstandene Kopien behilflich (Székely 2003), die in den in den Archiven von Stockholm und Stuttgart zu findenden ungarischen Festungalben aufbewahrt sind**. Auf der originalen Zeichnung Angielinis sind demnach die Stadt Raab und das Lager Kai­ser Maximilian II. unterhalb der Festung im Jahre 1566 dargestellt. Auf der Vedute wird die geografische Umgebung der Siedlung sehr genau widergegeben, die Stadtmauern, der Geb­äudekomplex der Bischofsburg, die Schanzen des kaiserlichen Lagers und die Plazierung der Truppen. Auf der aus der Vogelperspektive aufgenommenen Ansicht ist auch der Bildstock von Sziget zu sehen, bzw. es stand an der markierten Stelle einst tatsächlich ein solches Denkmal. Auf Angielinis Zeichnung stoßen wir auch auf die Darstellung zweier weiterer Bildstöcke. An der am Südausgang der Stadt, am Stuhlweissenburger Tor beginnenden und nach Veszprém führenden Straße steht ebenfalls ein Monument, ebenso gegenüber der südöstlichen Bastei, der Neubastei der Festung. Im ersten Fall handelt es sich um eine mit Heckenzaun umgebene Fläche, die einst vom Zeltlager eingenommen war - die Säule steht in einer Ecke dieser Fläche -, die zweite steht am Außenrand eines ebenfalls umzäunten Platzes. Alle drei Bildstöcke auf der Zeichnung zeigen den gleichen Aufbau: Der Schaft ist pfeilerhaft mit Schwellung des oberen Teils, der eine Nische in sich birgt und durch ein Zeltdach abgedeckt ist. Die Authentizität der Darstellungen der neben der nach Veszprém führenden Straße auf­gestellten Bildsäule kann mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit Hilfe schriftlicher Qellen belegt weden. In einer 1519 durch das Raaber Hochstift herausgegebenen Urkunde erscheint ein innerhalb der Stiftsstadt stehendes Steinkreuz (crux lapidea), das auch Stempelbild (pechetkeep) genannt wurde***. Die Ausdrücke crux und keep müssen näher erklärt werden. Der im lateinischen Text vorkommende Ausdruck „Kreuz” bedeutet nicht unbedingt ein Kruzifix. Wie es im Falle der Soproner Monumente zu sehen ist, werden die Bildsäulen in der Volkssprache bis heute Kreuz genannt. Crux ist in den lateinischen Texten also die zusam­* „IAVLR1NUM olim Anno MD LXVI a Nicolao Aginelli Italo accuratissimc dclineatum cx maius­­culo in minorent tabulant traductu[m], Ainicis Agrippinensibfus], id requirentibfus] amice commu­­nieat Georgius Houfnaglius MDXCVII". ** Über die Kopie von Stockholm der originalen Zeichnung von Angielini: Kisari Balia 1996. Über die Kopie von Stuttgart: Kisari Balia 1998. 124. p„ Tafel 45. ** “...ac ceriac purticulae terrae (cas)tralis mira mêlas civitatis capiliilaris Jaurieiisis extra crucem lapideam Itis tcinpnrihus pechetkeep appel latum". Egyházmegyei Levéltár (Diözesanarchiv), Raab. A győri káptalan hiteleshelyi levéltára (Staatliches Archiv des Kapitels von Raab als Urkundstelle). Ct. VI. No. 246. Zitiert: Jenei Koppány 1964, 16. 99

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