Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Dröge, Kurt: "Poneránia néprajzi atlasza" és mai jelentősége

Vorliegen der Kartenmappe im Oktober begann er bereits systematisch damit, dedizierte Exemplare an Kollegen und staatliche Stellen zu versenden, ohne das Erscheinen des Textbandes abzuwarten, den er einige Wochen später im November nachsandte. Den öffentlichen Zuschußgebem, die zur Finanzierung des Werkes beitrugen, hatte er zuvor ver­sichert, dieses Projekt sei aufgrund der Subskriptionen gesichert. Dies war jedoch nicht der Fall. Um seine eigenen, außerordentlich hohen Ansprüche auch an die Ausstattung des Werkes zu erfüllen, verschuldete sich Kaiser und ging weit über die Grenzen seiner persön­lichen finanziellen Belastbarkeit hinaus, immer in der Hoffnung, aus dem Erscheinen der gewichtigen Publikation Nutzen für eine persönliche Karriere in Form einer leitenden, vor allem aber festen Anstellung ziehen zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Kaisers Streben, ein wissenschaftlich seriöses und zugleich ansehnliches regionales Kartenwerk zu veröffentlichen, hat zuerst einmal hinsichtlich der formalen Anlage und äußeren Ausstattung sicherlich Erfolg gehabt. Dem gediegen und aufwendig gedruckten Textband liegt eine Kartenmappe zur Seite, die in wohlüberlegter Form jede Karte mit der Verbreitung eines Einzelphänomens in zweifacher Ausführung enthält, einmal auf Papier gedruckt und zum zweiten als durchsichtige, in unterschiedlichen Farben bedruckte Folie. Hierdurch sollte der Gebrauch auch zu Lehr- und Unterrichtszwecken erleichtert werden. Beigefügt finden sich eine zweifarbige und gut überschaubare Übersichtskarte des Gesamtraums Pommern sowie ein Faltblatt mit dem Gesamtverzeichnis der Karten und Benutzungshinweisen. Der heute kaum noch angemessen zu würdigende technische und finanzielle Aufwand bei der Produktion des Atlas wird zudem darin deutlich, daß Kaiser sich eine zweite, fest gebundene Ausgabe mit leinenbezogenem Umschlag und Prägetitel anferti­gen ließ, wohl um diese Exemplare wenigen wichtigen Personen als persönliches Geschenk zukommen zu lassen. Es kann vor diesem Hintergrund nicht überraschen, daß die wohl von Kaiser selbst zusammengestellte Schriftstücksammlung zum APV innerhalb seiner Personalakte im Universitätsarchiv in Greifswald zahlreiche Anerkennungs-, Glückwunsch- und Dankschreiben enthält von Kollegen aus Pommern wie Alfred Haas, Robert Holsten, Martin Wehrmann oder Heinz Diewerge, aber auch von führenden Persönlichkeiten der deutschen Volkskunde und Gennanistik wie John Meier, Friedrich Ranke, Hermann Teuchert, Walther Ziesemer, Bruno Schier, Friedrich Stroh, Theodor Frings oder Gottfried Henßen. Vielerorts wurde der APV, in den fachwissenschaftlichen Periodika wie auch im Tagesschrifttum, mit durchweg positiver Resonanz rezensiert. Die von seinem Herausgeber hauptsächlich beab­sichtigte Wirkung erzielte er dennoch nicht. Stattdessen wurde er von den Nationalsozialisten für deren “Grenzlandkampf’ gegen Polen instrumentalisiert und geriet nach dem Kriegsende rasch in Vergessenheit. Auf der Grundlage der fünf zwischen 1930 und 1936 durchgeführten Fragebogen- Erhebungen des ADV (Zender 1959) mit insgesamt 243 Fragen sowie eines besonderen pom­­merschen Zusatzfragebogens von 1935 mit sieben Fragekomplexen hat Karl Kaiser aus­gewählte Themenbereiche, vor allem zu volkstümlichen Bezeichnungen und zu Formen von Bräuchen, bei den mehr als 1.000 als “Mitarbeitern” bezeichneten Gewährsleuten in Pommern abgefragt und in 44 Karten publiziert. Der zusätzliche Fragebogen widmete sich vornehmlich solchen Brauchkomplexen wie der Festform des “Tonnenabschlagens”, von denen Kaiser annahm, daß ihnen eine regionale Spezifik innewohnte. 98

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