Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Dröge, Kurt: "Poneránia néprajzi atlasza" és mai jelentősége

Ein wesentliches methodisches Grundproblem der Ausrichtung des APV besteht bereits an dieser Stelle in der strikten territorialen Grenzziehung und Begrenzung des Untersuchungsraums Pommern, man darf sagen in der „Setzung“ Pommerns als Kulturraum, wodurch Blicke vor allem auf die östlichen Nachbarregionen Polens, aber auch Einblicke in die Belegsituation der benachbarten deutschen Gebiete Mecklenburg und Brandenburg erschwert wurden. Auf die auch für den APV geltende Problematik der verdeckt offenen oder halbgeschlossenen Fragen, welche für den ADV intensiv diskutiert worden ist, sei hier nur hingewiesen, wie auch auf die ebenfalls dem ADV entsprechende Frage nach der Auswahl der Gewährspersonen zur Beantwortung der Fragebogen, denn bei ihnen handelte es sich in der ganz überwiegenden Zahl um (ausschließlich männliche) Lehrer, deren häufiger Wohnortwechsel sie nicht unbedingt für die Übermittlung lokalspezifischer Kenntnisse sowie Sprach- und Kulturformen prädestinierte. Die genannten 44 Einzelkarten, bei denen es sich durchweg um - einheitlich angelegte - Punktkarten handelt und die auf kombinatorische Bemühungen oder weitergehende kar­tographische Flächeninterpretationen verzichten, sind von Kaiser in fünf thematische Abschnitte eingeteilt worden, welche wohl auch bereits der Auswahl zugrundelagen. Die einzelnen Kartenthemen müssen als bemerkenswert heterogen und schwer vergleichbar klas­sifiziert werden. Einem ersten Abschnitt mit Fragen zu Bräuchen und Festen im Jahreslauf schließen sich weitere zum Lebenslauf, zu Tanz und Spiel, zu Nahrungsgewohnheiten und zum “Sprachschatz” an. Damit ist der volkskundliche Kanon der Zeit zumindest angedeutet, wenn man vom Fehlen sachkundlicher Themen absieht. Im ersten Abschnitt über den Jahreslauf geht es in unterschiedlicher thematischer Frage­­und Fierangehensweise um jahreslaufgebundene Festformen und deren Bräuche. Auf das Vorkommen des “Julklapps”, eines Scherzgeschenkbrauchs zu Weihnachten (Beitl 1974, 418fi), folgen vier anlaßgebundene nahrungskundliche Karten, um dann über Osterbräuche, Pfingsten, die Erntezeit und Gesindetermine wieder das Jahresende zu erreichen. Die Lebenslaufkarten widmen sich den Kinderbringem, der Hebamme, dem Kinderschreck oder dem Heiratsvermittler. Hier findet sich auch die einzige direkte sachkundliche Frage nach dem relikthaften Vorkommen der Schräg, einer spezifischen Form des Kinderbettes bzw. der Kinderwiege. (Insbesondere bei dieser Frage fehlt die Verbindung zur Tradition im östlichen Europa völlig.) Das Kapitel Tanz und Spiel umfaßt nur drei Karten, die zwei Tanz- und eine Kartenspielform beinhalten. Im Abschnitt über die Nahrung steht in acht Karten das Endstück des Brotes mit seinen Bezeichnungen und Redensarten im Mittelpunkt. Die Darstellungen bilden wohl eine Art kleinen Querschnitt hinsichtlich der nahrungsethnologischen Schwerpunktsetzungen in den Fragebögen des ADV. Was sich hinsichtlich zahlreicher Karten auf den ersten Blick nicht selten als wenig aussagekräftiges Kartenbild darstellt, da der gesamtpommersche Raum bisweilen kaum Belege aufweist, erweist sich häufig als Versuch Karl Kaisers, mit seinem Atlas alte, im Verschwinden begriffene Bräuche auf diese Weise in ihren Resten dokumentarisch zu erhalten, getreu der bereits zu jener Zeit traditionell zu nen­nenden “Rettungsdevise” in den verschiedenen Bereichen der Disziplin Volkskunde. Methodisch ist hier, bei der Kartierung von offenkundig im Schwinden oder Verschwinden begriffenen Brauchrelikten (etwa Karte 15 zum Gesindewechsel oder Karte 27 zur Suppe beim Frühstück), mit Kritik anzusetzen, vor allem dann, wenn solche Karten als Grundlage für weitergehende kulturgeographische Schlüsse herangezogen werden. 99

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