Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)
1. Tanulmányok - Barna Gábor: Valóságos határok - szimbolikus világok
Straßen neue Namen, ließen Heldendenkmäler für rumänische Soldaten, slowakische Persönlichkeiten erbauen, um so auch symbolisch Besitz von der Landschaft zu ergreifen. Die Straennamen im Banat wurden seit dem rumänischen Imperium zweimal geändert. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden teilweise in den rumänischen Landschafts- und Stadtnamen auerhalb des Karpatenbeckens die Namen hervorragender Gestalten der rumänischen Geschichte, Kunst und Wissenschaft verteilt, um auch damit symbolisch die Zusammengehörigkeit der “rumänischen” Länder anzudeuten. Die Beseitigung der ungarischen und deutschen (eventuell auch anderssprachigen) Benennungen sollte der symbolische Ausdruck der unterbrochenen Beziehungen und Bande sowie des Anspruchs sein, die Lokalgeschichte enteignen zu wollen. Die rumänische Namensgebung nach dem Ersten Weltkrieg wurde vom rumänischen kommunistischen System überprüft, und nach der Wende zu Weihnachten 1989 kam es erneut zu Veränderungen. Dasselbe ist auch über die Slowakei zu sagen. Ungeachtet dessen gibt es neben der offiziellen rumänischen Namensgebung parallel und latent auch den ungarischen Namengebrauch. Die alten ungarischen Namen zeigen zumindest Kontinuität! Hinter dieser mit Namen versehenen Welt verbergen sich jedoch eine andere Landschaftsgeschichte, eine andere Historie, eine andere Geschichtsbetrachtung und eine andere Art der Identität. Die verschiedenen Geschichten kommen höchstens miteinander in Berührung, sind aber nur selten deckungsgleich. In vielen Fällen ergänzen sie einander nicht, sondern schließen einander aus. Mit den Namen einzelner historischer Persönlichkeiten sind ebenfalls unterschiedliche Konnotationen verbunden. Der Gründer der Eisernen Garde Juliu Mániu? bedeutet für die Rumänen etwas anderes als für die Ungarn, denn Gardisten waren es, die Ende des Zweiten Weltkriegs so grausam gegen die Ungarn vorgingen. Hingegen ist die Erinnerung an die 13 Märtyrer von Arad oder Lajos Kossuth in den Augen der offiziellen rumänischen Geschichtsauffassung negativ. Die Veränderungen entspringen folglich den Veränderungen der Machtstellung von Nationalitäten, ethnischen Gruppen, Kulturen und Ideologien und spiegeln die umgestalteten Strukturen wider (Faraco-Murphy 1997, 125- 126). Im Banat unterscheiden sich die Nationalitäten nach Konfessionen (Rónai 1993, 100- 167.; Bama-Lönnqvist 1998). Daher können auch ihre sakralen Bauwerke die Träger ethnischer Identitätsinhalte sein. Die mittelalterlichen klerikalen Architekturdenkmäler dieser Gegend, wie z.B. die in Glogowatz sichtbaren Ruinen der Probstei von Arad sind Vertreter der katholischen und ungarischen Vergangenheit. Überall trifft man hier auf Erinnerungen an die Neuerrichtung von römisch-katholischen und protestantischen Kirchen im 18. Jahrhundert, die gleichsam Erinnerungen an eine gemeinsame deutsch-ungarische Vergangenheit sind. In zahlreichen Siedlungen entstanden damals auch orthodoxe Kirchen in ähnlicher Form; sie sind Erinnerungen an die frühe Besiedelung durch Rumänen und Serben. Die orthodoxen Kirchen mit ihren charakteristischen Kuppeln und ihrer Basilikaform wurden in den größeren Städten (Arad, Temeschwar) sowie in Ortschaften mit vorwiegend ungarischer und deutscher Einwohnerschaft erst nach 1920 bzw. in der Gegenwart errichtet (Túrós 1993). Die so entstandene sakrale Landschaft ist demzufolge vielfältig zusammengesetzt und geschichtet. Die Rainkreuze, Bildsäulen und Kapellen - die meisten heute zerstört - zeigen, welche Wirkung in erster Linie der regional so bedeutungsvolle Gnadenort Maria-Radna sowie die katholische Religion auf die natürliche Umgebung haben. Neuerdings tauchen auch Wegekreuze der orthodoxen Kirche auf, die mit rumänisch-nationalen Inhalten (mit rumäni-9 Rumänischer Politiker ( 1873-? 1951). 29