Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Liszka József: A szlovákiai magyarok populáris kultúrájának időbeli "határai". A 20. századi impériumváltások kultúralkotó hatásai

ihr Eigentum, doch eine große Menge von ihnen wurde aus der Bodenverteilung aus­geschlossen. Dies führte natürlich zu sozialen Spannungen, die durch die immer schlechter werdende wirtschaftliche Situation (wegen der Kriegsverhältnisse) noch mehr verschärft wurden. Es ist bekannt, daß es in diesen Zeiten eine zentral organisierte, institutionelle Ausbildung der Landwirte gegeben hat; außerdem wurden nach zentralen und örtlichen Initiativen ver­schiedene kleingewerbliche Kurse organisiert, es entstanden Häuser für die ärmeren Familien. Die ethnographische Untersuchung dieser Tatsachen läßt noch auf sich warten, obwohl sie offensichtlich nicht ohne Wirkung blieben, auch die Entwicklung der Popularkultur betref­fend. 1945 - 1993 Das ist jene Periode, in der auf die Ungarn in der Slowakei die nachhaltigsten Beeinflussungen ausgeübt wurden infolge des neuen Herrschafts- und Systemwechsels. Das läßt sich offensichtlich damit erklären, daß es 1948 und 1989 gleichzeitig auch zu funda­mentalen gesellschaftlich-politischen Wenden gekommen ist. Auch die Auswirkungen der Modernisierung und Globalisierung wurden nun immer spürbarer. Die “neuen” Grenzen betrafen in erster Linie die östlichen Randgebiete. In der Zeit während der ersten Tschechoslowakischen Republik standen die Dörfer im heutigen östlichen Grenzgebiet von Ober-Bodrogköz und des Ung-Gebietes mit den nach 1945 der Sowjetunion angegliederten Gebieten in der Karpaten-Ukraine in enger Beziehung. Bis 1938 gehörte näm­lich dieses Gebiet (Karpaten-Ukraine) zur Tschechoslowakei. Ein gutes Beispiel dafür ist der Fall von Nagy- und Kisszelmenc. Die beiden Dörfer waren praktisch ineinandergewachsen, hatten eine gemeinsame Hauptstraße, doch befanden sie sich von einerti Tag auf den anderen in verschiedenen Ländern. Die Nähe der jetzigen neuen Ostgrenze, die Tatsache, daß es keine der früheren Märkte (Beregszász, Munkács, Ungvár) mehr gab, erhöhte die Rolle der früher bedeutungslosen Kleinstädte der Region (Tőketerebes, Nagykapos, Királyhelmec). Neben Märkten hatte es früher gleichzeitig auch Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung der Region gegeben. Die “Jahre der Heimatlosigkeit” nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und die darauf­folgende Kollektivierung übten einen gravierenden Einfluß auf das Leben des Ungamtums in der Slowakei aus, auch auf die Entwicklung der Popularkultur. Die Folgen der Deportation nach Tschechien wie die Ergebnisse des Bevölkerungsaustausches äußerten sich in der Schriftfolklore, bzw. in der bäuerlichen Schriftlichkeit. Um dies zu beweisen, dafür stehen uns schon einige Quellen-Sammlungen zur Verfügung. Im Rahmen des Vertrages über den tschechoslowakisch-ungarischen Bevöl­kerungsaustausch sind in der Kultur der in der Slowakei angesiedelten Slowaken aus Ungarn und der hier lebenden Ungarn nach den bisherigen Forschungen schon mehr oder weniger erfolgreiche Wechselbeziehungen festzustellen (vgl. Liszka 1989). Demnächst sollen hier dafür einige Beispiele genannt werden. Die Slowaken, die aus Tótkomlós (Ungarn) nach Alsó- und Felsőszeli umsiedelten, bewahrten bis in die letzte Zeit ihre traditionellen Speisen, 155

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