Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)
1. Tanulmányok - Liszka József: A szlovákiai magyarok populáris kultúrájának időbeli "határai". A 20. századi impériumváltások kultúralkotó hatásai
Sozialgeschichte, soziale und kulturelle Anthropologie). Nach der fast einstimmigen Meinung der Forscher sind (zwischen etwas engeren Zeitgrenzen) weitere drei Perioden zu unterscheiden. Die erste, mehr oder weniger genau datierbare Periode, die sowohl in der Volkskunst als auch in der Volksmusik den alten Stil vertritt, beginnt noch im 18. Jahrhundert und endet ca. 1820. Ihr folgt eine weitere Periode (die Periode der Volkskunst neuen Stils), die bis 1870/1880 dauert, und die letzte Periode, die bis zum Ende des Ersten Weltkrieges geht. Ähnliche Prozesse, mit mehr oder weniger zeitlichen Verschiebungen sind bei anderen Völkern Mitteleuropas abgelaufen (vgl. Fél-Hofer 1985; Hartinger 1985; Hofer 1973; Hofer 1975; Korfif 1992; Siuts 1973). Es dürfte demnach bereits als großes Wagnis gelten, eine “Periodisierung” auch nur für die Zeitspanne der Volkskultur eines Jahrhunderts festzulegen. Darum soll es mir aber auch gar nicht gehen. Im folgenden möchte ich einfach herausarbeiten, welche Wirkungen auf die Popularkultur der ungarischen Volksgruppe in der Slowakei während des 20. Jahrhunderts beobachtet werden können, soweit sie grundsätzlich mit einem Wechsel der Herrschaftssysteme Zusammenhängen. Ich weiß genau, daß diese Wirkungen nicht sofort und nicht in voller gesellschaftlicher Breite zur Entfaltung kommen, doch könnte ihre Dokumentation für das bessere Kennenlemen der Popularkultur, für das Kennenlemen der auf diese Popularkultur wirkenden inneren und äußeren Kräfte wichtig sein. Die historische Schichtung der Popularkultur läßt sich allgemein und grundsätzlich nicht an einzelne politisch-historische Veränderungen binden. Zäsuren innerhalb einer Kultur entstehen nach komplizierteren Ursachensystemen. Anhand von wichtigeren Wendepunkten der Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts untersuche ich des weiteren trotzdem, welche Wirkungen diese Systemwechsel auf die Popularkultur der hier lebenden Bevölkerung hatten bzw. haben konnten. 1918-1938 Die infolge der Herrschaftswende 1918 veränderten Marktverhältnisse beeinflußten das Wirtschaften der ungarischen Bauern, ihre Tracht und Wohnkultur. Im Handelsverkehr erschienen die Bafa-Schuhe und andere billigen Produkte der tschechoslowakischen Industrie, infolge deren die früher blühende ungarische Kleinindustrie und das Handwerk einfach vernichtet wurden. Es bildete sich die Kategorie der “Bat’a-Schuhe-Ungams”. Über diese Prozesse berichten die zeitgenössischen Wirtschaftsanalytiker der Epoche mit dem Beispiel von Neuhäusel** und Kaschau. Die historischen Wirkungen des Gesetzesartikels 215 vom 16. April 1919, wonach zwecks Bodenreform die über 150 Hektar großen landwirtschaftlichen und über 250 Hektar großen Gemischtanbaugebiete beschlagnahmt wurden, sind heutzutage schon ziemlich gut ** Die Ortsnamen werden in diesem Aufsatz mit ihren deutschen Versionen oder - mangels einer deutschen historischen Benennung - mit ihren ungarischen Varianten angegeben. Die heutigen offiziellen slowakischen Benennungen lassen sich durch das Ortsnamenverzeichnis im Anhang auflösen. 152