Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)
1. Tanulmányok - Liszka József: A szlovákiai magyarok populáris kultúrájának időbeli "határai". A 20. századi impériumváltások kultúralkotó hatásai
Acta Ethnologica Danubiana 2-3 (2000-2001), Komárom-Komämo Zeitliche “Grenzen” der ungarischen Popularkultur in der Slowakei (Kulturwirkende Einflüsse der Herrschaftswechsel im 20. Jahrhundert) JÓZSEF LiSZKA Einleitung Die Volkskultur und auch die Popularkultur1 werden wegen (oder eben trotz) ihrer Traditionalität grundsätzlich durch eine ständige Veränderung und Umgestaltung charakterisiert. Dementsprechend beschäftigen sich die Forscher schon seit langem mit der Frage der Periodisierung dieser Kulturen. Obwohl sich die Volkskunde selbst als eine Geschichtswissenschaft definiert (oder definiert hat), ist gerade die Frage nach der Geschichtlichkeit einer der unsichersten Bausteine dieser Disziplin. Die Volkskultur pflegt man im allgemeinen als Folge von verschiedenen demographischen, gesellschaftlichen, ökonomischen und Urbanisations- bzw. Lebensstilveränderungen historisch zu gliedern, zu periodisieren, mitunter auch nach Stilveränderungen innerhalb der traditionellen Volkskunst. \m generellsten erfolgt die Periodisierung der einzelnen ethnographischen Erscheinungen und Erscheinungsgruppen, was auch im forschungsmethodischen Sinne begründbar ist. So kann über historische Epochen, bzw. Stilebenen volkstümlicher Architektur, Wirtschaft und Ernährung, Volkskunst, Volksmusik, Volkstanz und Volksdichtung gesprochen werden. Da die Bestimmung des ethnographischen Materials ziemlich unsicher ist, kann man bei der Epochengliederung der Volkskultur keine scharfen Grenzlinien ziehen. Die Forschung spricht gewöhnlich in Jahrhunderten, wobei sie breite Übergangs-Zeitzonen zwischen den einzelen Perioden läßt. Die ungarische Völkskultur pflegt man in ihrer Ganzheit gewöhnlich in mehrere größere Perioden zu gliedern, beginnend mit dem Erbe vor der Landnahme, weiter das Mittelalter und die Renaissance, dann die Zeit der Türkenherrschaft, anschließend Barock, Rokoko und Klassizismus. Diese grobe, allgemeine Periodisierung fallt nicht immer unbedingt mit den Perioden zusammen, die nach den einzelnen Teilgebieten (z.B. Bauwesen, Wirtschaft, Ernährung, Volkskunst usw.) angegeben werden können. Seit dem 19. Jahrhundert stehen den Volkskundlern immer mehr Informationen über die Volkskultur zur Verfügung, nun helfen uns auch die Ergebnisse einzelner Nachbardisziplinen (wie Wirtschafts- und 1 Unter Volkskultur verstehe ich jene traditionelle, größtenteils von der Bauernschaft erhaltene Kultur, die ein Teil der meiner Auffassung nach viel mehr breiteren Popularkultur (die sich “als Kultur der Nicht-Elite” zu bezeichnen läßt) ist (vgl. Burke 1981; Burke 1984; Greverus 1978, 187-189; Kaschuba 1988, 26-31). Die hier und in weiterem angeführten bibliographischen Daten haben nur Informationscharakter (gleichzeitig gewöhnlich mit weiterer Literatur), sie sollen also nicht die volle Bibliographie des gegeben Themas anbieten. 151