Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)
1. Tanulmányok - B. Kovács István: Gömör-Kishont etnokulturális tagolódása
Landwirtschaft und die dazu gehörende Viehhaltung. Die Gebiete des Buchenwaldes bewohnten zum Teil Ungarn, überwiegend aber Slowaken. Für sie ist das Kleinhandwerk bestimmend. Die Mehrheit der mittelalterlichen Städte ist auch in dieser Zone zu finden. Die Regionen des Föhrenwaldes versuchte man mit Viehzucht im Flochgebirge wirtschaftlich zu nützen. Diese Aufgabe übernehmen die walachischen Hirten, die in die Großgrundbesitzungen hereingeholt worden waren. Ursprünglich sind es hauptsächlich Ruthenen, später Slowaken und Polen, es mischen sich auch Ungarn unter sie. Sie lebten in einer Art autonomer Einrichtung. Ihre Steuerzahlung wich von der der Fronbauern ab. Mitte des 17. Jahrhunderts verlieren sie ihre Privilegien. Die Buchenwaldzone ist ethnisch betrachtet die bunteste. Die interethnische Annäherung und Kommunikation ist hier am intensivsten. Die meisten Menschen, die den Warenaustausch zwischen dem Bergland und der Tiefebene abgewickelt haben, sind hier zu finden. Die eigenartigsten und die am besten organisierten Mitglieder sind die Fuhrmänner. Eine besondere Schicht bilden die in der Nähe der Rosenau lebenden sog. “Zepzer”. Diesen Namen, der aus dem deutschen Ausdruck “Zipser” stammt, haben sie wegen ihren eigenartigen Berufs bekommen. Sie waren hausierende Händler, die sich zwischen der Zips (Szepes, Spis) und den weiter südlich liegenden Komitaten auf die verschiedensten Güter spezialisierten. Wegen ihrer Konzentration auf einen relativ geschlossenen geographischen Bezirk kann man sie mit den ethnischen Gruppen im gleichen Atemzug erwähnen. Sowohl in ungarischen, als auch in slowakischen Dörfern kannte man größere Gruppen dieser Händler. In der Vermittlung kultureller Güter spielten auch die mobilen Hirten eine große Rolle. 8. Ausklang: Tendenzen und Lehren Unsere Erfahrungen zeigen, daß wir im Falle des historischen Komitats Gömör und Kleinhont — in Bezug auf Slowaken und Ungarn - von einer Jahrhunderte langen ethnischen Stabilität sprechen können. Ursache sind offensichtlich die voneinander deutlich abweichenden wirtschaftlichen Bedingungen in der unmittelbaren Kontaktzone, sowie die konfessionelle Unterschiedlichkeit. Als wichtiger Umstand wird auch angeführt, daß man aufeinander angewiesen war und sich als gleichrangiger Partner erlebte. Diese Tatsache spiegelte sich wider im Tauschkindsystem, einer beispielhaften Form der sozialen Beziehungen. Diese Stabilität fangt an sich aufzulösen, in dem Augenblick, in dem sich die Staatsmacht - geleitet von Nationalinteressen - um die Abschwächung der anderen Ethnik bemüht. Hierbei ist eine grundlegende Voraussetzung die Abschaffung der im gesellschaftlichen Leben in verschiedener Form existierenden Autonomie, bzw. die Zentralisierung der Entscheidungen. Das komplette Arsenal dieser Strategie konnten beide Ethnien im Verlauf des 20. Jahrhunderts kennenlemen, abhängig davon, wann welche in der Position der Minderheit war. Die Untersuchung des ethnokulturellen Bildes vom historischen Gömör und Kleinhont versucht diejenige Auffassung zu bekräftigen, nach der die Kultur als Ganzheit keine Grenzen hat, nur Schwerpunkte und Übergänge. Sie ist ebenso einheitlich wie ihr Erzeuger, also der Mensch selbst. Grenzen können nur einige Elemente und Phänomene der Kultur haben. 138