Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)
1. Tanulmányok - B. Kovács István: Gömör-Kishont etnokulturális tagolódása
Die Bevölkerung mit adeliger Rechtsstellung bildete einen bedeutenden Teil des historischen Ungarn. Wenn man auf ihren prozentualen Anteil an der Gesamtbevölkerung sieht, denn folgen auf die Polen, welche in Europa den ersten Platz innehaben, die Ungarn. Ihre territoriale Verteilung ist gleichmäßig. Gömör und Kleinhont ist eines der Komitate, wo sie in beträchtlicher Zahl lebten. Um die Wende des 18./19. Jahrhunderts beträgt ihr Anteil 6-8%. Wichtiger aber ist, daß die Hauptmasse in drei Bezirken lebte, vor allem in den Bezirken Balog und Putnok-Sajögömör, der oft mit dem Attribut „adelig“ erwähnt wird. In dem letzgenannten Bezirk übertraf ihr Anteil die 20%. Innerhalb der Adeligen kann man nach der materiellen Lage und dem gesellschaftlichen Ansehen im wesentlichen drei Hauptschichten voneinander trennen, nämlich die Hoch-, Mittel-, und Kleinadeligen. Die Vertreter der ersten (und zum Teil der zweiten) Schicht lebten nicht nach den Prinzipien und begrenzten Möglichkeiten der Bauern, deshalb sind sie für uns in dem jetzigen Zusammenhang nicht interessant. Demgegenüber charakterisierte die Kleinadeligen der Lebensstil der Bauern; ihre materielle und geistige Bildung ist ein organischer Teil der neuzeitlichen traditionellen Kultur. Als Ergebnis ihrer privilegierten gesellschaftlichen Lage, vor allem aber in ihrem sozialen Aufbau und in ihren Gewohnheiten kann man zahlreiche spezifische, von der fron- bzw. zinsmännlich-bäuerlichen Tradition abweichende Charakteristika nachweisen. Es gibt zwei Schichten. Die sogenannten “Kurialisten” werden schon am Ende des 13. Jahrhunderts Adelige. Ethnisch betrachtet sind sie in der Neuzeit ausschließlich Ungarn (z.B. Felsővály - Vyšné Valice, Zádorháza - Zádor). Die sogenannten “Annalisten” bekommen ihren Adelsbrief im 17-18. Jahrhundert. Vorwiegend sind sie Ungarn, aber es gibt auch viele Slowaken unter ihnen (z.B. Kövi - Kameňany ). Charakteristisch ist auch die konfessionelle Zugehörigkeit der Kleinadeligen. Die Kurialisten sind cum granu salis Anhänger der reformierten Konfession in der Neuzeit. Die Armalisten sind in Bezug auf die Konfession gespalten. Die Mehrheit ist zwar auch reformiert (z.B. Radnót, Radnovce), aber man findet unter ihnen in beträchtlichen Mengen Römisch-Katholische (z.B. Baraca, Détér), bzw. Lutheraner. Die gleiche (oder abweichende) rechtliche Lage, bzw. die konfessionelle Zugehörigkeit einer sozialen Schicht ebnete (oder beschnitt) die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Beziehungen. Das läßt sich klar nachweisen anhand der Heiratsbezirke der jeweiligen Gemeinschaften. Ein Weiteres ist noch anzumerken: Es gibt innerhalb des geteilten Kleinadels in Gömör in Bezug auf die Abstammung, die Zeit und Art des Erwerbens der Adelsvorrechte, resp. der konfessionellen Zugehörigkeit, eine Art Rangordnung. Danach war in erster Linie nicht die materielle Lage, sondern das Alter der Abstammung das entscheidende Kriterium, und somit zählte der kúriaié Adel als der vornehmere. Die Armalisten aber - vielleicht wegen ihrer geringeren Geschichte - betonten oft Äußerlichkeiten und stellten ihre adelige Abstammung stärker zur Schau. 7. Wirtschaftliche Zonen und Ethnien Die Höhenverhältnisse begrenzen von vornherein die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Nutzung einer Landschaft, resp. den Lebensstil der Bewohner. Das Volk von Gömör und Kleinhont nutzte prinzipiell die Möglichkeit dreier Wirtschaftszweige aus. Das sind: die Landwirtschaft, die Viehzucht und das Handwerk. Bestimmend war für die südlichen, überwiegend von Ungarn bewohnten Niederungen, auf Gebieten mit Eichenwäldern die 137