Sárospataki Füzetek 20. (2016)

2016 / 2. szám - Teach Me That I May Live! / Unterweise mich, so werde ich leben! - Alfred Mengel: Der Hahn auf dem Kirchturm

TEACH ME THAT I MAY LIVE! / UNTERWEISE MICH, SO WERDE ICH LEBEN! Alfred Mengel DER HAHN AUF DEM KIRCHTURM Krähen können sie zwar nicht, die Wind und Wetter trotzenden Hähne auf vielen Kirchtür­men, aber unsere Aufmerksamkeit verdienen sie allemal. Sind sie doch nicht nur Schmuck und Zierde, sondern auch und vor allem weit­hin sichtbare und urvertraute Symbole. So wollen sie uns seit alters an dreierlei erinnern: an Treue, Fleiß und Hoffnung. Treue Da ist der Jünger Petrus. Zu Beginn des Leidensweges Jesu hatte er mit Nachdruck versprochen: „Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnenT (Markus 14,31) Doch als eine Magd ihn ansah und sagte: „Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth“, verleugnet Petrus seinen Herrn: „Ich kenne diesen Menschen nicht.“ Da kräht der Hahn (Markus 14,66-72). Petrus bereut es bitter, Christus verleugnet zu haben. Er geht hinaus und weint. Der auferstandene Christus aber hat ihn wieder in seinen Dienst berufen. Und damit erfuhr Petrus erneut das, was er erlebt hatte, als er auf dem See Genezareth über das Wasser gehen wollte. Die Wellen gewannen die Macht über ihn, aber „Jesus streckte sogleich seine Hand aus und ergriff ihn.“ (Matthäus 14,31) Christus lässt ihn nicht fallen. Der Hahn auf den Kirchen weist also hin auf Petrus, mahnt uns zur Treue, aber auch zur Demut. Er erinnert uns daran, am Wort Gottes zu bleiben und zu beharren im Gebet. Dabei dürfen wir uns an einen schönen Satz halten, der in der Geschichte der reformierten Kirche viele getröstet und gestärkt hat: „ Teneo quia teneor“ — „Ich halte (fest am Bekenntnis zu Christus), weil ich gehalten werde. “ 2016-2 Sárospataki Füzetek 20. évfolyam 5

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