Sárospataki Füzetek 14. (2010)
2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK - Busch, Eberhard: Van-e valódi okunk a boldogságra?
Die Sendung der ganzen christlichen Gemeinde lige Schrift zu hören. Sie wird dann von Fall zu Fall neu lernen, dass es vielmehr zuerst der lebendige Gott selbst ist — nicht Vertreter der Kirche, sondern zuerst Gott —, der die Gemeinde durch seinen Geist erneuert. Wie kann und werde denn Gott das tun? In seiner Tauflehre KD IV/4 zeigt Barth, offenbar für ihn selbst überraschend, wie es der in der Christenheit geglaubte Gott ist, der, der in Christus verheißen hat: „Ich bin bei euch alle Tage“, wie der eine, dreieine Gott über seine Gemeinde hinaus selbst zur Mission drängt, ja, wie er selbst missioniert. Barth schreibt dort (106): „Die Nennung von Vater, Sohn und Heiliger Geist ist ... die Aufzählung der Dimensionen des einen Namens Gottes, d.h. seines einen Werkes und Wortes, seiner einen Heils- und Offenbarungstat, auf die hin wie geglaubt, geliebt, gehorcht, gedient werden darf, so auch die Heiden ,zu Jüngern gemacht’ zur Umkehr und damit zur Taufe gerufen, zum Betreten und Begehen des Weges Jesu Christi angeleitet werden sollen. Die Worte ,Vater’, ,Sohn’, ,Heiliger Geist’ bezeichnen miteinander ... die Expansion des einen Namens, Werkes und Wortes Gottes. Damm treten sie gerade hier auf: gerade im Zusammenhang des Missionsbefehls. Mission ist das Ziel: Expansion der Wirklichkeit und Wahrheit Jesu Christi.“ Soweit Barth. Kurz: Was die Christenheit erneuert zur Erkenntnis und zur Tat ihrer Sendung, das zeigt sich im Blick auf das Handeln Gottes, auf seinen je neu hervortretenden Aufbruch zur Welt hin, hin zu all den verschiedenen Menschen, denen doch das gemeinsam ist, dass sie das Evangelium noch nicht oder nicht recht gehört haben. Dabei ist ein Weiteres zu beachten: Im Verkehr mit den Menschen in der Mission müssen die Christen je und je neu lernen, mit den Anderen in ihrer Sprache verständlich zu reden. Das hat Barth schon früh begriffen, als er mit den sehr kirchenfernen Arbeitern und Sozialisten in seiner Gemeinde solidarisch war und sie schulte. Das Wort Solidarität ist übrigens nach Friedrich Wilhelm Marquardt von Barth aus der sozialistischen Bewegung in theologischen Gebrauch übernommen worden. Gewiss, ich kann in der Bezeugung des Evangeliums nicht Andere dazu nötigen, dass sie es hören müssen — das darf ich schon in der Erkenntnis der Problematik meines eigenen Redens und Handelns nicht meinen. Aber ich habe in der Bezeugung des Evangeliums mich von Fall zu Fall derart auf die Anderen einzustellen, dass sie es verstehen können. Eben das kann ich nur in der Solidarität mit ihnen. Zu einem Offenbarungspositivismus kann es da keine Versuchung geben, wie Dietrich Bonhoeffer bei Barth befürchtet hat. Es ist das Evangelium zu übersetzen in die Sprache und Lebenswelt Anderer. So sagt es Barth in seiner Dogmatikvorlesung 1947 in den Trümmern der Universität Bonn — und ich will ihn hier etwas länger zitieren: Die christliche Botschaft „muss grundsätzlich übersetzbar sein in die Sprache derer, die nicht gewohnt sind, in der Schrift zu lesen und aus dem Gesangbuch zu singen, sondern die eine ganz andere Terminologie haben und ganz andere Interessengebiete. Das christliche Bekenntnis wird immer dem Missverständnis ausgesetzt sein, dass der Christ das Credo als Gewissens- und Herzenssache ansieht, dass aber hier in der Welt andere Wahrheiten gelten. Die Welt lebt in diesem Missverständnis; sie hält das ganze Christentum für einen freundlichen ‘Zauber’, dem ‘religiösen Bereich’ zugehörig, den man respektiert und der unangetastet bleiben soll und damit ist man die Sache los! Aber dieses Missver2010/4 SÁROSPATAKI FÜZETEK 25