Sárospataki Füzetek 14. (2010)

2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK - Busch, Eberhard: Van-e valódi okunk a boldogságra?

Busch, Eberhard ständnis könnte auch von innen kommen, es könnte ein Christ sehr wohl diesen Bereich für sich haben wollen und den Glauben hüten als Blümchen Rühr-mich- nicht-an!“ Vom Wesen der Kirche her hat sie aber vielmehr die Aufgabe, ihr Be­kenntnis im Bereich der Welt zu sprechen. „Nun nicht wiederholt in der Sprache Kanaans, sondern in der ganz unerbaulichen Sprache, die da ‘draußen’ geredet wird. Wer das nicht kann, der sehe zu, ob er wirklich erbaulich auch in der Kirche zu sprechen weiß“ (Dogmatik.in Grundriss. Zürich 1947, 36£). Für den Umgang mit dem Gegenüber hat Karl Barth unterwiesen, dass in der Mission wieder und wieder zwei Gefahren zu vermeiden sind. Und man muss Zusehen, dass man nicht in die andere Gefahr gerät, während man die eine zu ver­meiden sucht. Positiv ist dabei immer neu zu lernen, dass einerseits davon auszu­gehen ist: die Anderen sind doch schon in Gottes Hand, auch wenn sie und auch wenn wir selbst das nicht wissen und merken. Andererseits sind wir mit dem Glauben daran, dass Gott sie schon liebt, nicht aus unserer Verantwortung dafür endassen, ihnen ein Zeugnis von Gottes Liebe zu geben. Diese beiden Seiten sind freilich genau zu unterscheiden. Die zweite von unserem Zeugnisgeben bedeutet nicht nur, dass die Christen nicht das tun können, was Gott allein vollbringt. Sie können nur davon Zeugnis geben. Aber vor allem haben sie selbst das zu tun, und zwar zuerst zu tun, was auch den Nicht-Christen geboten ist: Sie haben je und je neu selbst umzukehren zu dem, dem auch die Anderen sich zuzuwenden haben. Sie haben es wie sie und mit ihnen zu tun. Barth stimmt auch hier mit dem anfangs genannten Rosenzweig zusammen, der sagte: Die Christenheit hat die Aufgabe der Mission der Ungläubigen, so dass sie umkehren, aber sie hat immer wieder zuerst selber umzukehren. Und so haben nach Barth die Christen jene doppelte Gefahr zu vermeiden. Es ist einerseits die Gefahr, die Mitmenschen zu vernachlässigen. Die­se Gefahr besteht nicht bloß darin, dass man dies und das vergesst, sondern die, dass man es vergisst, dass für einen Christenmenschen wesentlich ist, für den ande­ren Menschen da zu sein und mit zu existieren — in Koexistenz. Eine Christenheit, sagt Barth, ist ohne die Mitwelt in Lebensgefahr (IV/3, 947). Er fasst seine Er­kenntnis hier in drei Sätzen zusammen (946): 1. Die Welt ist ohne Chrisms verlo­ren, 2. die Welt ist nicht verloren, auch wenn keine Kirche wäre, 3. die Kirche ist verloren, wenn nicht die Welt ihr Gegenüber ist. Andererseits und ebenso wichtig ist zu betonen: Die Christen haben nicht ihre Mitmenschen zu bevormunden. Das geschieht da, wo die Anderen zum Material der eigenen Kunst werden, wo man ihnen besserwisserisch nahe kommt und mit einem Bild, das man sich von ihnen gemacht hat, ja, wo man ihnen auf diese Weise zu nahe tritt (948). Wörtlich: „Be­vormundung heißt: menschliche Machtausübung von Menschen gegenüber Men­schen als ihrem Objekt“ (956). Schon in KD 1/2, 488 sagt Barth das nach ihm Wichtige in einer radikalen Zuspitzung: „Ein Zeuge wird seinem Nächsten gerade nicht zu nahe treten ... Zeugnis gibt es nur vor der Freiheit der göttlichen Gnade und darum auch vor dem Anderen, der von mir gar nichts, sondern Alles von Gott zu erwarten hat“ (488). 26 Sárospataki füzetek 2010/4

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