Sárospataki Füzetek 14. (2010)

2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK - Busch, Eberhard: Van-e valódi okunk a boldogságra?

Busch. Eberhard täuscht man sich vor, doch noch eine stattliche Kirche, eine „Volkskirche“ zu sein. Vor allem ist nun die Devise verbreitet: eine Kirche muss wachsen wollen. Und Mission heißt dabei: Man sollte den Leuten geben, was sie wünschen; man werde schließlich von ihnen bezahlt. Man hört unter Theologen die These: Die Kirche solle in Konkurrenz zu ähnlich großen Unternehmen die Gestalt eines reichen Kaufhauses annehmen, in dem die Menschen all das bekommen, was das Herz begeht. So bekämen sie wieder Zulauf von den Leuten. Es ist freilich anzunehmen, dass diese Rechnung nicht aufgehen wird. Und das darum, weil die Kirche da eine Rechnung ohne den Wirt macht. Als es nach Joh. 6 heißt, dass viele Jünger sich von Jesus abgewendet haben, was sagt Jesus da zu dem übrig gebliebenen Häuflein der Zwölf? Nicht das, was wohl ein Kirchenfürst sagen würde: Bleibt wenigstens ihr noch da! Sondern der Heiland der Menschen fragt: Wollt ihr nicht auch gehen? Unerhört ist diese Freiheit Jesu, seine Freiheit von Zahlen. Und darauf sagt Petrus das, was laut Barth „alles Andere als selbstverständlich“ ist (IV/3,96): „Du hast Worte des ewigen Lebens.“ In seiner letzten Vorlesung sprach Barth davon, dass für Christen das Sein in der Minderheit, in der kleinen Zahl vor allem dämm schwererträglich ist, weil Gott in Christus doch die Welt mit sich selbst versöhnte. Aber nun lebe ein Christ geradezu in dem „Risiko des dem Abschuss durch den Ersten Besten beständig ausgesetzten ,einsamen Vogels auf dem Dache’“ (Einfüh­rung 132) - mit Ps 102,8 zu reden. Barth hatte sogar die Sorge, dass unter Um­ständen die christliche Gemeinde außerhalb „der getauften und konfirmierten Menschheit“ leben könnte. (TEH 25,35) Die Gemeinde wie auch die Arbeit der Theologie dürfe sich jedoch „der Einsamkeit, in der (sie) sich ... gerade in Ausrich­tung ihres missionarischen Auftrags befindet, nicht schämen.“ Sie dürfe ihr weder durch ein Haschen nach Popularität entweichen wollen noch dadurch, dass sie verzagt oder bitter oder streitsüchtig wird. (Einf. 132) Sie hat ihre Einsamkeit, so Barth, „in Würde und Heiterkeit auszuhalten (und) zu ertragen.“ (128) Soweit zum Punkt „Ende des christlichen Abendlands“. 3. Die Erneuerung der christlichen Kirche Das mögliche Ende des „christlichen Abendlandes“ wird nicht das Ende der christlichen Kirche sein. Sie wird dann anders da sein, aber sie wird dann nicht verschwunden sein. Das ist kein Satz der historischen Wahrscheinlichkeit, auch kein Satz, der aus den kulturellen oder geistigen Leistungen der Kirche folgt, als könnte sie selbst für ihren Erhalt sorgen. Das ist ein Satz, der rechtmäßig gespro­chen wird im Glauben an den, der den Seinen verheißen hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt. 28,20) Das leitet die Kirche nicht zu einer Faul­heit an. Vielmehr hat sie etwas zu tun, und was sie zu tun hat, ist an erster Stelle dies, dass sie auf ihren Herrn immer neu zu hören hat. Das ist das, was das 2. Vati­kanische Konzil das aggiornamento nannte. Jedenfalls verstand Barth dieses von Papst Johannes XXIII. geprägte Wort nicht zuerst im Sinn einer je neuen Anpas­sung an eine neue Zeit, sondern als ein immer wieder neues Hören auf das Zeugnis der Heiligen Schrift. In der gleichen Weise verstand er auch die alte Formel von der ecclesia semper reformanda, d.h. die Kirche hat sich immer neu zu reformie­ren. Die Christenheit hat von Fall zu Fall zu lernen, immer zuerst neu auf die Hei­24 SÁROSPATAKI FÜZETEK 2010/4

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