Sárospataki Füzetek 14. (2010)

2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK

Busch,Eberhard der Flucht vor der Natur in die Gesellschaft der Menschen oder umgekehrt auf der Flucht vor den bösen Leuten zu der angeblich reinen Natur befindet. Wie denn überhaupt alle auf solcher Flucht gesuchten und vermeintlich erhaschten Freuden etwas tief Verdächtiges haben und zu wirklichen Freuden schwerlich werden dürf­ten.“ (KD III 74,435). Soweit Karl Barth. Und ich unterstreiche noch einmal: Sol­che wirklichen Freuden kann man eigentlich nicht machen, sondern kann nur of­fen dafür sein, dass sie einem gemacht werden. Und ich denke überdies, dass wir unsrerseits nicht Freude machen können, wenn wir solche Offenheit nicht haben für Freuden, die uns gemacht werden. Was uns da geschenkt wird, ist jedes Mal aufs Neue eine wunderbare Überraschung. Es ist eine Überraschung, wenn uns inmitten von sonstigem Dunkel oder Grau, inmitten von Gleichgültigkeit oder auch Widerstand auf einmal ein schönes, erfreuliches Licht leuchtet. Ich meine ein solches Dcht, in dem es sich ganz von selbst verbietet, ein unfroher Mensch zu sein. Boten der Freude, so ist nun schließlich zu sagen, sind Menschen, die auch ih­rerseits Freude machen. Dass ich das zuletzt erwähne, bedeutet keinesfalls, dass das fehlen kann oder auch nur weniger wichtig ist. Vielmehr ist es so: Wenn es tatsächlich einen guten Grund gibt, happy zu sein, so ist die Probe auf die Richtig­keit dieser Aussage die Bereitschaft von Menschen, jetzt ihrerseits Anderen Freude zu machen. Glück für sich macht nicht glücklich. Freude haben wir selbst nur, wenn wir Anderen Freude machen — Anderen nämlich zuerst solchen, die in einem freudlosen Schicksal leiden. Und zwar Anderen Freude, indem wir ihnen das tun, was sie freut, und nicht das, was uns freut, indem wir uns sozusagen von den Ande­ren her fragen, was ihnen gefallt. Manchmal können ja sogar kleine Freuden Ande­re groß beglücken, während teure Geschenke sie leer lassen. So oder so dürfen wir beim Freudemachen kein Mühe scheuen. Und so oder so, in der rechten Freude wird es so gehen, wie es im Gleichnis vom Verlorenen Sohn erzählt wird. Als er wieder heimkehrt, ruft der Vater zu seinen Freunden und Nachbarn: Freut euch mit mid. (Lk 15,6) Rechte Freude kann also gar nicht Schadenfreude sein. Sie kann überhaupt nicht Freude auf Kosten und zu Lasten von Mitmenschen sein. Rechte Freude besteht nicht darin, über Andere zu lachen, sie auszulachen. Sie besteht darin, ansteckend zu lachen, so dass auch sie fröhlich werden. Um noch einmal Karl Barth zu zitieren: „Es gibt einen ganzen Ozean von angeblicher Lust, die uns nur schon dämm unmöglich wirklich lustig sein kann, weil man dabei allerlei An­deren zu viel Unlust bereitet und also selber zu unmenschlich denkt... und handelt, als dass man eine ... ernstliche Erholung auch nur seines eigenen Lebensgefühls davon erwarten könnte.“ (436) Soweit das Zitat. Rechte Freude kann und darf nicht Andere ausschließen, geschweige verletzen und kränken. Rechte Freude soll auch zu deren Gunsten und ihrem Vergnügen fröhlich sein. Kurz, um zum Schluss zu kommen: In dem nun umschriebenen Sinn sage ich Ja zu der mir vorgelegten Frage „Are there real reasons to be happy?“! 16 SÁROSPATAKI FÜZETEK 2010/4

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